Modellprojekt Herbst 2017

Den Frühling erkennt man am Zwitschern der Vögel – was aber, wenn es bald keine Vögel mehr gibt, die den lang ersehnten Frühling ankündigen? Ein Drittel aller Vogelarten zeigt seit Ende der 90er Jahre extreme Bestandsabnahmen. In Deutschland hat der Bestand der Kiebitze zwischen 1990 und 2013 um 80 Prozent abgenommen, die Zahl der Braunkehlchen um 63 Prozent und die der Feldlerchen um 35 Prozent! Bewegen wir uns auf einen stummen Frühling zu? Gründe für den Rückgang der Vogelarten gibt es einige – das Fehlen geeigneter Lebensräume und das Insektensterben gehören zu den wichtigsten. Bei manchen Insektenarten ist der Bestand demnach um bis zu 90 Prozent zurückgegangen. Unkraut- und Insektengifte sind hierbei wichtige Faktoren. Doch man kann sich engagieren – bei uns im Landkreis Haßberge werden seit Jahren Artenschutzprojekte (Fledermäuse, Wasseramsel, Schleiereule u.a.) durch Ehrenamtliche aus den ansässigen Naturschutzvereinen durchgeführt. Das UmweltBildungsZentrum hat dies in vielen Veranstaltungen aufgegriffen. Auffallend ist aber, dass für die aktive Naturschutzarbeit in den Vereinen kaum mehr Kinder oder Jugendliche zu gewinnen sind. Das bedeutet, dass diese wichtige Arbeit zukünftig nicht mehr zuverlässig weitergeführt werden kann. Die entsprechenden Vereine klagen bereits heute über Nachwuchsprobleme. Mit dem Projekt „HochZeit für Vögel – Vogelberingung zum Mitmachen“ will das UmweltBildungsZentrum erreichen, dass sich junge Menschen wieder für Natur- und Artenschutz interessieren und begeistern. Ein Naturerlebnis der besonderen Art, welches Arten greifbar und Artenschutz begreifbar machen will. Getreu dem Motto: „Man schützt nur, was man kennt“, ist man nur traurig, wenn die Feldlerche über der Wiese nicht mehr singt, wenn man sie auch tatsächlich kannte. Deshalb ist eine allgemeine Artenkenntnis für den Artenschutz unerlässlich. Die Fachhochschule Weihenstephan hat 2008 im Rahmen einer Studie die Vogelartenkenntnis bayerischer Schüler über alle Schularten hinweg untersucht und festgestellt, dass diese nur 4,2 Arten, also 35 Prozent der häufigsten 12 Gartenvögel kannten. 8 Prozent der Schüler kannten keinen einzigen Vogel. Geht man davon aus, dass die wesentliche Grundeinstellung, dass der Mensch ein Geschöpf unter gleichwertigen anderen ist (Mitwelt vers. Umwelt) in der Kindheit bis etwa zum 10. Lebensjahr gebildet wird, und dass starke Naturerlebnisse das spätere Verhalten und Wissen vor allem dann prägen, wenn sie bis zum 27. Lebensjahr stattfinden, dann sollte Bildung zum Thema Biodiversität über diese gesamte Lebensspanne erfolgen. Nur dann besteht die Chance, junge Menschen für den Naturschutz zu gewinnen, die die Bedeutung von Biodiversität kennen und spüren. Durch verschiedene Projektteile soll sich die Kenntnis in Bezug auf heimische und durchziehende Vogelarten wieder erhöhen und eine Beziehung der Teilnehmenden zu den Vögeln im Garten entstehen. Im Einzelnen sollen folgende Ziele erreicht werden:

• Einblicke in die Vogelforschung – einerseits durch die Methode der Beringung und andererseits durch einen Vortrag zur wissenschaftlichen Vogelberingung.

• Eine direkte Naturerfahrung während der Beringung, kreative Auseinandersetzung mit verschiedenen Vögeln und das gemeinsame Erarbeiten eines Kinderbuchs sollen zu einer gesteigerten Artenkenntnis einheimischer Brutvogelarten führen.

• Interesse und Engagement an Natur- und Artenschutz soll positiv und nachhaltig beeinflusst und somit Nach- wuchs für den Naturschutz gewonnen werden.

Dieses Projekt wie auch ein Großteil der Veranstaltungen wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert. Herzlichen Dank dafür!

Feiern mit Zukunft - Broschüre

Sie sind Veranstalter eines öffentlichen Dorf-, Straßen-, Wein-, oder Vereinsfestes? Dann machen Sie mit, feiern Sie nachhaltig mit unserer Initiates file downloadBroschüre "Feiern mit Zukunft!"

Im Jahr 2015 haben uns einige Aktive und verschiedene Abteilungen der Landkreisverwaltung dabei unterstützt, eine Broschüre zu erstellen, die dabei helfen soll, Vereins- oder Dorffeste umweltfreundlicher auszurichten. Entstanden ist die Broschüre „Feiern mit Zukunft", die inzwischen kostenfrei in den einschlägigen Sachgebieten der Rathäuser bzw. des Landratsamtes, im UBiZ oder der vhs Landkreis Haßberge zu erhalten ist.

 

 

Modellprojekt 2017: Forschung-Lehre-BNE Kompetenz*Netzwerk*Nachhaltigkeit

In Bayern gibt es seit über 20 Jahren staatlich anerkannte Umweltstationen. Ihr Auftrag ist es, vorrangig im außerschulischen Bereich, Umweltbewusstsein und Handlungskompetenz bei den Bürgerinnen und Bürgern aller Altersstufen zu entwickeln. Die Bildungsaktivitäten sind am Leitbild einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Aktuell gibt es 53 Umweltstationen in Bayern mit jeweils unterschiedlichen Arbeitsfeldern, Schwerpunkten und Zielgruppen.

Seit 2012 arbeitet das Netzwerk „Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern“ an der Implementierung der Nachhaltigkeit in die Hochschule. Hochschulen kommt eine wesentliche Schlüsselrolle in der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu, da sie Multiplikatoren sind bei der Ausbildung der Entscheidungsträger von morgen. Die Universität Bamberg führt alljährlich den Bamberger Hochschultag für ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit durch. Darüber hinaus wird in verschiedenen Fakultäten Nachhaltigkeit zum Thema gemacht. Zusätzlich gibt es auch von studentischer Seite verschiedene Initiativen, die Aspekte der Nachhaltigkeit bearbeiten.

Bisher bestehen in Unter- bzw. Oberfranken - vielleicht auch darüber hinaus - also „Parallelwelten“. Auf der einen Seite ist die Universität, wo Nachhaltigkeit in einzelnen Fakultäten thematisiert wird, auf der anderen Seite steht die stetig steigende Zahl an Umweltstationen und Umweltbildungseinrichtungen, die BNE in die Praxis bringen. Beide Stränge laufen oft unverknüpft nebeneinander.

Das UmweltBildungsZentrum Oberschleichach will mit dem bezirksübergreifenden Modellprojekt diese Verknüpfung herstellen. Geplante Projektteile sind: eine Vorlesung zum Leitbild Nachhaltigkeit in Deutschland, ein partizipativ erarbeitetes Marketing-Produkt zum Thema Nachhaltigkeit, ein eintägiges Symposium im Landkreis Haßberge mit den neuesten Ergebnissen der Nachhaltigkeitsforschung und eine Darstellung von Umweltstationen bzw. Umweltbildungseinrichtungen im universitären Bereich. Ziel ist es, über das Projekt ein Netzwerk aufzubauen, von dem beide Seiten profitieren können.

Über die Projektarbeit zum Thema „Nachhaltigkeit – Marketing eines Begriffes“ kann einerseits bei den beteiligten Studenten eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit dem Begriff und den Zusammenhängen in der Gesellschaft entstehen. Andererseits können die Ergebnisse die Arbeit der Umweltstation(en) voranbringen in dem Bestreben, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu einem nachhaltigen Lebensstil zu motivieren bzw. Nachhaltigkeit auch für den politischen Diskurs aufzubereiten. Mithilfe der Projektgruppe sollte erreicht werden, dass einem emotionalen Niedergang des Begriffes Nachhaltigkeit – wie es die Energiewende erlebt hat - entgegengearbeitet und der Begriff positiv und motivierend erlebt wird.

Geplante Kooperationspartner:

Universität Bamberg (verschiedene Fachbereiche), Umweltamt der Stadt Bamberg, Klimaschutzmanagement des Landkreises Bamberg, evtl. Stiftung selbst bewusst Sein, Mitglieder der Foren Umweltbildung Unter- und Oberfranken, Change e.V., Transition Bamberg, Zukunftscoach der Volkshochschule Landkreis Haßberge e.V. etc.

Die Projektteile im Einzelnen:

·  Grundlagen schaffen mit einer Vorlesung von Prof. Dr. Reheis zum „Entwicklungsland Deutschland: Das Leitbild der Nachhaltigkeit“

Mit der Vorlesung von Prof. Dr. Fritz Reheis soll im Rahmen des Studiums Generale über das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung grundlegend informiert werden. Das Studium Generale ist ein bestehendes Format der Universität Bamberg, in dem die Veranstaltungen Studierenden verschiedener Fakultäten und Gasthörern offen stehen.

·    Projektarbeit zum Begriff „Nachhaltigkeit“ - Marketingprodukt

Für das Projekt wird eine Kooperation zu mehreren Fakultät/en aufgebaut. Studenten erarbeiten ein Produkt, dessen Ziel es ist, den Begriff „Nachhaltigkeit“ pfiffig und positiv darzustellen und somit beim Bürger motivierend zu verankern. Egal welche Produkte entstehen, sie sollen mithelfen, die Kluft zwischen Wissen und Handeln beim Bürger zu überbrücken!

·    Experten für eine nachhaltige Praxis: Symposium

Ein eintägiges Symposium soll den Vernetzungsgedanken auch in die Organisationsebene tragen. Experten, Akteure, Verantwortliche, Personen der Kommunalpolitik und die Zivilgesellschaft haben auf diesem Symposium die Gelegenheit, neueste Entwicklungen zur Nachhaltigkeit und zu den Umsetzungsstrategien des Weltaktionsprogramms kennenzulernen und sich intensiv auszutauschen. Neben dem fachlichen Input soll das Symposium auch ein Podium für Verknüpfung und Netzwerk-Arbeit darstellen. Im diesem informellen Rahmen wird auch die Entwicklung der BNE im Landkreis Haßberge und in Bayern (Qualitätsoffensive) gezeigt.

·    Markt für BNE

Alljährlich findet im Rahmen der Hochschultage ein Markt der Möglichkeiten auf dem Hochschulcampus statt. Dies stellt eine gute Gelegenheit dar, dem universitären Publikum mit Info- und Aktionsständen die BNE-Arbeit der Einrichtungen aus den Foren für Umweltbildung Ober- und Unterfrankens vorzustellen. Das UBiZ wird hier als Mittler zwischen Uni und Umweltstationen fungieren.

Dieses Projekt wie auch ein Großteil der Veranstaltungen wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz gefördert. Herzlichen Dank dafür!

     

    Veranstaltungskalender

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