PÄDAGOGISCHES KONZEPT des UBiZ


Das UmweltBildungsZentrum Oberschleichach (UBiZ) ist eine Einrichtung der Volkshochschule im Landkreis Haßberge e.V., die vorrangig im außerschulischen, aber auch im schulischen Bereich, Umweltbewusstsein und Handlungskompetenz bei Bürgerinnen und Bürgern aller Altersstufen entwickeln möchte.
Das UBiZ bietet Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung breitgefächert an. Es setzt den allgemeinen Grundsatz des lebenslangen Lernens in die Praxis um, indem es ein bedarfsgerechtes Angebot an Nachhaltigkeitsbildung organisiert. Das UBiZ bietet damit den Besuchern – unabhängig von Alter, Geschlecht und Bildungsstand – die Chance, sich die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen, die für eine freie Entfaltung der Persönlichkeit und für die Mitgestaltung der sich stetig wandelnden Gesellschaft notwendig sind.
Für das pädagogische Konzept des UmweltBildungsZentrums Oberschleichach sind die Leitlinien der „Bildung für nachhaltige Entwicklung” grundlegend. Zukünftige Generationen sollen die gleichen Chancen auf eine lebenswerte Zukunft haben wie wir. Das UBIZ richtet sich nach dem gemeinsam erarbeiteten Leitbild der ANU (Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltbildung) in Bayern e.V.
Bildung für nachhaltige Entwicklung soll Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen. Behandelt wird in den Veranstaltungen bzw. Projekten, welchen Einfluss die eigenen Entscheidungen auf Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen haben, welche Auswirkungen die eigene Art und das Ausmaß zu konsumieren, die eigene Mobilität und der eigene Energieverbrauch haben. „Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglicht es jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“ (bne-Portal)
Dieses Ziel wird nach Prof. Dr. Gerhard de Haan und Dr. Dorothee Harenberg „Gestaltungskompetenz” genannt und setzt sich aktuell aus zwölf verschiedenen Teilkompetenzen zusammen:
Konzept der Gestaltungskompetenz
1. Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
2. Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen
3. Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln
4. Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können
5. Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
6. Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen
7. An kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben können
8. Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden
9. Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können
10. Vorstellungen von Gerechtigkeit als Grundlage für Entscheidungen und Handlungen nutzen können    11. Selbstständig planen und handeln können
12. Empathie für andere zeigen können

Im Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als Folgeprogramm der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ nach 2014 werden folgende Prinzipien festgelegt:
a) „BNE ermöglicht allen Menschen, die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten, Werte und Verhaltensweisen anzueignen, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. BNE befähigt zu informierten Entscheidungen im Sinne ökologischer Integrität, ökonomischer Lebensfähigkeit sowie einer gerechten Gesellschaft für aktuelle und zukünftige Generationen und verantwortlich zu handeln.

b) BNE bedeutet, zentrale Themen nachhaltiger Entwicklung zum Bestandteil des Lehrens und Lernens zu machen und erfordert innovative, partizipatorische Lehr- und Lernmethoden, die die Lernenden dazu motivieren und befähigen, sich aktiv für nachhaltige Entwicklung einzusetzen. BNE fördert Fähigkeiten wie kritisches Denken, das Verständnis komplexer Systeme, die Fähigkeit, sich zukünftige Szenarios vorstellen zu können, sowie Entscheidungen in partizipatorischer und kooperativer Weise zu treffen.

c) BNE gründet sich auf einen an Rechten orientierten Bildungsansatz. Sie ist Teil einer qualitativ hochwertigen Bildung, die sich an aktuell relevanten Fragen orientiert.

d) BNE zielt als transformative Bildung darauf ab, den Wandel der Gesellschaften hin zu nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. …

e) BNE bezieht sich auf die ökologischen, sozialen und ökonomischen Säulen nachhaltiger Entwicklung in integrativer, ausgewogener und ganzheitlicher Weise.… Das beinhaltet unter anderem die miteinander verbundenen Themen der Armutsbekämpfung, des Klimawandels, der Katastrophenvorsorge, der Biodiversität sowie des nachhaltigen Konsums und der nachhaltigen Produktion. Es berücksichtigt nationale Besonderheiten und respektiert die kulturelle Vielfalt.

f) BNE umfasst formale, non-formale und informelle Bildung sowie lebenslanges Lernen von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter. …

g) Der im Rahmen des Weltaktionsprogramms verwendete BNE-Begriff soll sämtliche Aktivitäten umfassen, die den oben genannten Prinzipien entsprechen…“

Das UmweltBildungsZentrum richtet die Planung / Konzeption der Veranstaltungen sowie der Projekte an o.g. Prinzipien aus. Insgesamt soll es nicht alleine um reine Wissensvermittlung gehen, sondern die Teilnehmer und Besucher in die Lage versetzen, die globalen / ökologischen Zusammenhänge des Themas zu erkennen. Ziel ist es außerdem, den Besuchern bewusst zu machen, dass der eigenen Lebensstil Auswirkungen in der nahen und der weiten Um/Mitwelt hat, dass jeder täglich Entscheidungen trifft, die Nachhaltigkeit fördern oder untergraben. Jeder Mensch soll sich als Mitgestalter von Gesellschaft wahrnehmen, aber auch erkennen, dass er nur ein Teil vom Ganzen ist. Der vorherrschende Anthropozentrismus muss im Sinne einer Transformation der Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Ausrichtung überwunden werden. Mit den Bildungsangeboten soll dieser Prozess gefördert werden und eine stetig wachsende Verbreitung erreicht werden.
Die Veranstaltungen des UBiZ bilden deshalb auch die ganze Bandbreite der Lebenswelt ab:
Regelmäßig werden folgende Bereiche behandelt: 
Nachhaltiger Lebensstil und Ressourcenschonung
Umwelt und Gesundheit
Klimaschutz und Energie
Ökologisches Bauen, Wohnen und Sanieren
Naturkunde und Naturerleben
Naturnahe Gartenbearbeitung
Ökologische Streiflichter

Von den UBiZ-Angeboten können sich Erwachsene, Fachleute, Familien, Schulklassen, Best Ager, Gruppen, Vereine, Kommunen und Betriebe angesprochen fühlen.
Folgende Methoden werden eingesetzt:
Handlungsorientierte Workshops,
Vorträge,
Seminare,
Arbeitskreise und Arbeitsgruppen,
Exkursionen und Wanderungen,
Interaktive Aktionsstände und Ausstellungen,
Fortbildungen.
Das UBiZ will mit seiner Arbeit zum Nachdenken über gelebte Werte anregen. Es will Werte vermitteln, die das Zusammenleben von Pflanzen, Tieren und Menschen als partnerschaftliches Verhältnis betrachten, wo jeder/s auf jeden angewiesen ist. Unser aller Handeln soll auf dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ausgerichtet sein, wo innere Betroffenheit verantwortungsvolles Handeln leitet. Dabei soll ein systemisches Denken und Handeln in Komplexität und Netzbeziehungen gefördert werden. Unterstützt werden soll auch ein Einmischen in die gesellschaftliche Entwicklung mit dem Ziel, Nachhaltigkeit zu erreichen – unter Berücksichtigung der verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit, wie Ökologie, Ökonomie, Soziales und Kultur. Ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit des UBiZ liegt dabei auch auf der Überbrückung der Kluft zwischen Wissen um zukunftsfähigen Lebensstil und dem tatsächlichen Handeln im eigenen Leben. In verschiedenen Projekten werden Prozesse und Methoden erprobt, die neben informeller Bildung auch zu einer nachhaltigen Änderung des Lebensstils führen können.

 

 

 

Veranstaltungskalender

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November 2017