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18.10.2019

Wenn wir einkaufen, treffen wir eine Wahl – für Plastik oder gegen Plastik


Vor kurzem habe ich in einem Drogeriemarkt beobachtet, wie eine Mutter eine Handbürste aus Plastik in ihren Einkaufswagen legte. Direkt neben dieser Bürste hing dasselbe Modell aus Holz. Die Bürste aus Holz war etwa 70 Cent teurer als die aus Plastik. Diese Frau hat eine Wahl getroffen. Sie hat sich für das Produkt aus Plastik entschieden - vielleicht weil dieses günstiger war; vielleicht auch einfach, weil sie nicht darüber nachdachte, welches Produkt welche Vor- und Nachteile mit sich bringt. Vielleicht hatte sie aber ganz andere Gründe, die ich nicht erahnen kann.

Bei jedem Einkauf, den wir Menschen tätigen, treffen wir eine Wahl. Wir entscheiden uns bewusst oder unbewusst für nachhaltige oder weniger nachhaltige Produkte. Es gibt in Drogeriemärkten und Unverpackt-Läden viele Artikel, die Alternativen zu den Varianten aus Plastik darstellen. Es würde also keinen Mehraufwand bedeuten beim Einkauf die plastikfreien Produkte zu wählen. Auch besteht die Möglichkeit viele alternative Produkte selbst herzustellen. Hierfür gibt es viele DIY-Bücher, die die Herstellung solcher Produkte thematisieren.

 

Ich habe die Wahl, Du hast die Wahl...

Wir stehen also bei jedem unserer Einkäufe vor der Wahl: Nehme ich die Holz- oder Plastikzahnbürste, entscheide ich mich für Zahnseide, die in einem kleinen Glasfläschchen verpackt ist oder für die Zahnseide Sticks, bei denen ein kleines Stück Zahnseide an einem Plastikgriff befestigt ist. Fällt meine Wahl auf Flüssigseife und flüssiges Shampoo, die in Plastikbehältern verpackt sind, oder auf die unverpackte feste Seife. Entscheide ich mich für das Sonnenblumenöl in der Plastikflasche oder in der Glasflasche? Muss ich Wasser in Plastikflaschen kaufen oder kann ich auch Leitungswasser oder Wasser aus Glasflaschen trinken? Man könnte noch viele weitere solcher Fragen stellen.

Jede Wahl für ein Produkt aus Plastik trägt dazu bei, mehr Plastikmüll zu produzieren. Produkte aus Plastik und Artikel, die in Plastik verpackt sind, haben negative Auswirkungen auf Menschen, Tiere und die Umwelt. Sehr viel Plastik gelangt in die Meere, wo es von Tieren, die am oder im Meer leben, gefressen wird – teilweise verenden sie daran. Das Plastik in den Meeren zersetzt sich zu Mikroplastik und wird von den kleinsten Meeresbewohnern gefressen. Diese stehen am Beginn der Nahrungskette und werden von größeren Meerestieren gefressen, welche wiederum von größeren Fischen gefressen werden und so weiter. Irgendwann landet ein Fisch, der direkt oder indirekt Mikroplastik gefressen hat, auf dem Teller eines Menschen. Zudem können Stoffe, die in Plastik enthalten sind, negative Auswirkungen auf den Menschen haben. Sie können hormonell wirksam sein, sie können in Verbindung mit Unfruchtbarkeit, Entwicklungsstörungen, Diabetes oder Krebserkrankungen stehen. Welche Auswirkungen Plastik auf unsere Meere und auf die Gesundheit von Menschen hat, wurde bereits in vorherigen Blogeinträgen ausführlicher thematisiert.

Jeder Mensch hat Gründe, warum er sich für welches Produkt entscheidet: Gewohnheit, finanzielle-, optische- und ökologische Gründen. Wie man diese bewertet und wie viel Bedeutung die jeweiligen Gründe für einen haben, das sind Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss.

 

Meine Sicht auf Kaufentscheidungen

Ich kann nur für mich sprechen: Ich gebe gerne etwas mehr Geld für Produkte aus, von denen ich weiß, dass sie besser für die Umwelt und besser für meine Gesundheit sind. Bevor ich etwas kaufe, denke ich darüber nach, ob ich das Produkt wirklich brauche, ob ich die beste mir zur Verfügung stehende Wahl getroffen habe – für mich, die Umwelt, meine Mitmenschen und die Zukunft.

Wenn wir einkaufen, treffen wir jedes Mal eine Wahl. Ich persönlich bin der Meinung, dass es wichtig ist, diese Wahl für sich zu begründen und diese persönlichen Gründe für die Kaufentscheidungen, die man trifft, sowie die Auswirkungen und Folgen dieser zu kennen. Wir können uns somit bewusst für oder gegen ein nachhaltiges Produkt entscheiden, aber wir wissen dann um die Tragweite unserer Entscheidung.

Clara, Praktikantin im UBiZ


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