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03.03.2020

Wie kann ich meinen Konsum nachhaltiger gestalten?


www.smarticular.net

www.gruener-knopf.de

Man geht an einem Samstag durchs Einkaufszentrum oder die Innenstadt und sieht ein neues Kleidungsstück, welches man unbedingt haben muss. Ein neues T-Shirt ist also schnell gekauft und landet bei den 20 weiteren, die zu Hause bereits im Kleiderschrank liegen und wird nur selten angezogen.

Grade durch das Kaufverhalten in der westlichen Welt – also auch hier in Deutschland – entstehen große Mengen an Müll. Modefirmen bringen in immer kürzeren Abständen neue Kollektionen raus, Smartphone-Hersteller veröffentlichen vermeintlich schnellere und bessere Geräte und bewegen uns so zum Kauf. Um möglichst günstig produzieren zu können, werden einzelne Produktionsschritte über den ganzen Globus verteilt und die Produkte reisen tausende Kilometer, bevor sie bei uns in den Geschäften landen. All das sorgt nicht für große Mengen an Müll, sondern verschwendet zusätzlich noch wertvolle Ressourcen.

Da stellt sich mir die Frage: Will ich das wirklich? Und wenn nein, was kann ich tun, damit ich weniger Müll produziere und somit weniger Ressourcen nutzen muss.

Die Pyramide der Nachhaltigkeit ist ein Modell, welches einem dabei helfen kann, sein Konsumverhalten nachhaltiger zu gestalten. 

1. Nutze was du hast 
Die erste Frage die ich mir stellen kann ist beispielsweise: „Brauche ich das neue Smartphone wirklich?“. Grade für die Herstellung technischer Geräte werden große Mengen an wertvollen und seltenen Rohstoffen benötigt. Grund dafür ist die steigende Anzahl an produzierten Geräten. Funktionsfähige Geräte werden weggeschmissen, oder verstauben daheim ungenutzt neben weiteren Geräten in der Schublade und können so auch nicht dem Wiederverwertungsprozess zugeführt werden. 


2. Repariere was du hast 
Was ist wenn mir etwas kaputt geht? Die Lieblingsjeans hat ein Loch bekommen, doch muss sie deswegen gleich in den Müll? Oftmals ist ein kleines Loch mit ein bisschen Arbeit schnell wieder geflickt. In vielen Städten in Deutschland gibt es mittlerweile „Repair-Cafés“. Gemeinsam mit anderen kann man technischen Geräten, Kleidung, oder anderen Dingen eine zweite Chance geben. Dabei hat jeder die Möglichkeit seine individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse mit einzubringen und sich mit anderen auszutauschen. 

Unter https://www.reparatur-initiativen.de/ findet man eine Übersicht über die verschiedenen Standorte in Deutschland. 

3. Mach selber 
Bei vielen Dingen hilft ein bisschen Kreativität weiter. Statt ein Geschenk in extra gekauftes Geschenkpapier einzupacken, lohnt sich oftmals der Blick in die Papiertonne. Alte Zeitungen oder Prospekte bieten sich sehr gut zum Verpacken an. Vielleicht findet man ja sogar noch gebrauchtes Geschenkpapier. Auf der Website smarticular.com findet man einige Beispiele und Anregungen zum Thema Upcycling und zum selber machen. Zum Beispiel auch zum Thema Geschenke verpacken (https://www.smarticular.net/alternative-geschenkverpackungen-ohne-plastik-tesa/).

Tipp: Einige Bücher zum Thema Upcycling und Do it Yourself kannst du dir auch in unserer Opens internal link in current windowUmweltbibliothek ausleihen.

4. Leihe aus
Viele Haushaltsgeräte liegen oft das ganze Jahr über im Keller, oder auf dem Dachboden und werden teilweise nur einmal im Jahr benutzt. Vielleicht hat der*die Nachbar*in ja eine Bohrmaschine, die man sich für anstehende Renovierungsarbeiten ausleihen kann. Im Gegenzug kann man ihm seine Leiter zur Verfügung stellen, sollte mal eine Glühbirne ausgewechselt werden müssen.

5. Tausche
Fast jeder Mensch hat Klamotten zu Hause die man oftmals gar nicht mehr, oder nur noch sehr selten trägt. Wieso als nicht den kaum getragenen Pullover gegen eine Hose tauschen, die man grade braucht. Das Projekt Kleidertausch.de informiert über Kleidertauschpartys in ganz Deutschland und stellt nützliche Tipps zur Organisation einer solchen Party zur Verfügung. Je mehr Leute mitmachen, desto mehr Klamotten können getauscht werden.

Fertig gelesene Bücher kann man in einen der vielen öffentlichen Bücherschränke stellen und bei Bedarf gegen neue Bücher tauschen.

6. Kaufe gebraucht 
Ist es nicht möglich, etwas zu reparieren, zu leihen oder zu tauschen, bleibt nur noch etwas zu kaufen. Eine Möglichkeit dabei wertvolle Ressourcen – und natürlich auch Geld – zu sparen ist Dinge gebraucht zu kaufen. Nach diesen kann man entweder im Internet, in den kostenlosen Wochenzeitungen, aber auch in Second Hand Läden oder auf Flohmärkten, Ausschau halten. Oftmals hat man so die Möglichkeit hochwertige Produkte zu einem kleinen Preis zu bekommen und verlängert so ihr leben.

7. Neu kaufen
Sollten der Gebrauchtkauf nicht möglich sein, bleibt einem nur noch der Neukauf. Aber grade hier kann man noch einmal überdenken, ob die Neuanschaffung wirklich notwendig ist.

Beim Kauf bietet es sich an darauf zu achten, dass ein Produkt – wenn möglich – regional, fair und ökologisch hergestellt wird.

Einige Onlineshops haben sich auf den Verkauf von Nachhaltigen Produkten spezialisiert. So zum Beispiel auch der Avocadostore. Hier gibt es von Kleidung, über Schreibwareartikel, bis hin zu Tiernahrung, eine große Bandweite an Produkten von nachhaltigen Herstellern. Die Hersteller müssen dabei angeben was ihre Produkte nachhaltig macht. Die Kriterien hierfür sind beispielsweise die Produktionsstandards und Produktionsorte, die Qualität der Rohstoffe und ob sie gemäß „Cradle-to-cradle“ Prinzip (Kreislaufwirtschaft) produziert sind. 

Verschiedene Siegel können einem dabei helfen nachhaltige Produkte zu erkennen.

Der „Grüne Knopf“ beispielsweise ist ein staatliches Siegel, welches nur verliehen wird, wenn sowohl beim Herstellungsprozess eines Kleidungsstücks, als auch der Hersteller selber bestimmte Sozial- und Umweltstandards einhalten.

Moritz Ewerling, Praktikant im UBiZ 2019/2020


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