< Wie kann ich meinen Konsum nachhaltiger gestalten?
17.04.2020

Kurz mal schnell noch Einkaufen gehen...

Kurz? Schnell? –aber auch nachhaltig, regional und wertschätzend?


Diesen Satz sagte ich schon zu oft, stand dann im Laden und wusste überhaupt nicht was ich eigentlich alles einkaufen soll bzw. will.

 

In den letzten Wochen habe ich mich durch mein Praktikum im UBiZ durch das aktuelle UBiZ-Projekt "Restlos WERTvoll - Schätze auf Deinem Teller" vermehrt mit dem Thema Lebensmitteverschwendung und Lebensmittelwertschätzung beschäftigt und musste mir immer wieder die gleichen Fragen stellen. Lebensmittelwertschätzung, was heißt das eigentlich genau? Regional Einkaufen?... mhh ja und wie und wo genau? Wenn man sich in den umliegenden Kleinstädten umsieht, fallen einem sofort all die großen Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte auf. Aber kann ich dort nachhaltig und regional mit Auswahl einkaufen? Bedingt ja und wenn, dann ist dieser Einkauf mit mehr Zeitaufwand verbunden, da man nämlich nicht einfach das Erstbeste, das Schönste, Günstigste oder beliebteste in den Wagen legt. Es braucht mehr Zeit Dinge zu vergleichen, Beschreibungen zu lesen und möglichst plastikfreie Produkte miteinzupacken. Wo bekomme ich also fair, saisonal und regional Produzierte Produkte her? Wie schaffe ich es so einzukaufen, dass ich am Ende des Tages ein tolles Gericht zaubern kann, ohne dabei Getreide, Gemüse oder Obst aus fernen Ländern verarbeiten zu müssen? Wie kann ich meinen Einkauf so koordinieren, dass ich am Ende für alles Verwendung finde?

 

Das alles fängt mit der richtigen Planung an. Was will ich kaufen, wo und wie viel? Natürlich habe ich selbst immer die Wahl für welches Produkt ich mich entscheide. Doch auch der in Deutschland produzierte Apfel, der im Januar unverpackt im Laden liegt, hat eine nicht zufriedenstellende Co2- Bilanz. Durch die spezielle Lagerung und die Haltbarmachung, wird fast genauso viel Energie aufgewandt, wie bei dem Apfel, der aus Neuseeland mit dem Schiff in das deutsche Obstregal wandert. Sprich, ich muss mir vor dem Einkaufen erstmal bewusst machen, welches Obst gerade Saison hat. Hierfür habe ich tatsächlich zuhause am Kühlschrank einen Saisonkalender angebracht, auf den man immer mal wieder spitzen kann, was gerade saisonal und regional erntereif ist und somit einen besseren ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Wer den Saisonkalender lieber jederzeit abrufbar haben möchte, kann sich gerne die kostenlose App „Der Saisonkalender“ des Bundeszentrums für Ernährung herunterladen.

(https://www.bzfe.de/inhalt/app-saisonkalender-3131.html)

 

 

 

 

 

Doch wo finde ich nun eine Kartoffel die tatsächlich den kürzesten Weg vom Erzeuger zu mir finden kann? Hier hat sich das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (www.regionales-bayern.de/) etwas Tolles einfallen lassen und eine Suchmaschine für regionale Produkte kreiert mit über 800 Produkten und 2700 regionalen Erzeugern direkt aus der Region. Zudem gibt es für den Landkreis Hassberge sowohl eine Broschüre als auch Online-Portal in dem man ein Verzeichnis über alle Direktvermarkter unter dem Link: „https://www.hassberge.de/topmenu/startseite/direktvermarkterverzeichnis.html finden kann.

 

 

Apropos Weg…Wenn man es genau nimmt, wird jede Ökobilanz wieder zunichtegemacht, wenn der Weg zum Einkaufen mit dem Auto angetreten wird. Das heißt also mit dem Rad oder zu Fuß wäre das am besten. Das hat sogar noch einen großartigen Nebeneffekt – frische Luft und Bewegung bei jedem Wind und Wetter. Wenn es gar nicht anders geht und ein Auto zum Einkaufen benötigt wird, kann die Fahrt mit anderen Dingen, wie z.B. dem Weg zurück von der Arbeit verbunden werden.

 

Alternativ zum Selbsteinkaufen gibt es sogenannte „Abo-Kisten“, zum Teil auch in Bioqualität. Ein besonderes Angebot stellen dabei die Kisten von „etepete.de“ dar, da sie sich auf Lebensmittel spezialisert haben, die sonst gar nicht erst in den Verkauf gelangt wären. Egal ob die Karotte zu klein, die Gurke etwas zu krumm und der Apfel zu leicht ist, das ändert nichts daran, dass dieses Gemüse ohne jegliche Bedenken gesund, lecker und genießbar ist.

 

Nun als mir das alles immer bewusster wurde, bin ich neugierig auf noch mehr geworden und habe etwas recherchiert.

 

Lebensmittelwertschätzung hat mit noch viel mehr zu tun. Es ist nicht nur wichtig was ich wo kaufe, sondern was ich mit dem was ich habe anstelle. Sprich, was ich koche und in meiner Küche alles zaubern kann. Manchmal bleibt etwas über oder findet bei dem aktuellen Essensideen keine Verwendung. Bevor es schlecht wird bieten sich viele Möglichkeiten an. Entweder ich verarbeite es gleich und koche vor, oder ich konserviere es.

 

2020/2021 wird das UBiZ im Rahmen des aktuellen Modellprojekts „Restlos WERTvoll – Schätze auf Deinem Teller“ zahlreiche informative und auch erlebnisreiche Angebote anbieten, die zum Thema Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelwertschätzung aufklären und sensibilisieren. Eine dieser Veranstaltungen ist der Livestream am 21.April. Hier kann jeder bequem von zuhause aus, über einen Live-Stream die Veranstaltung „MIT MESSER UND GABEL DAS KLIMA RETTEN - WIE UNSERE ERNÄHRUNG DAS KLIMA BEEINFLUSST“ verfolgen und sich genau über diese Themen, die ich in diesen Blogbeitrag angerissen habe, weiter informieren. Weitere Informationen zur Teilnahme am Livestream findet Ihr unter: https://www.ubiz.de/index.php?id=28&kathaupt=11&knr=V0.265.20&kursname=Mit_Messer_und_Gabel_das_Klima_retten_-_Livestream_DVV&wbt3_redirect=kalender

 

Nur was geschieht mit dem halben Kohlrabi, der bei der Brotzeit gestern Abend noch übriggeblieben ist? Wandert der nun in die Tonne?

 

Wie kann ich mit dem was noch im Kühlschrank über ist, ein tolles Gericht zaubern? Na, am einfachsten mit einer App für Essensretter. Die Plattformen „Taste the Waste“, „Eat Smarter“, „Essen und Trinken“, „Zu gut für die Tonne!“ bieten alle zahlreiche Rezepte und Ideen zur Resteverwertung an. Einfach alles was noch vorhanden ist eingeben und ein neues Rezept wird passend hierzu vorgeschlagen. Jetzt ist zumindest das letzte Stück Kohlrabi, 5 alleingelassene Kartoffeln, eine halbe Zucchini und der Rest Frühlingszwiebeln zu einem herzhaft würzigen Auflauf gerettet worden und verenden nicht im Kühlschrank, bevor sie dann doch in den Müll wandern könnten.

Wenn es gar nicht mehr zum selbstkochen reicht, gibt es auch noch die Seite „Too Good To Go“ Hier bekommst du eine sogenannte "Wundertüte". Viele gastronomische Betriebe haben regelmäßig überschüssiges Essen, denn Überproduktionen lassen sich oft nicht vermeiden, sei es in der Auslage einer Bäckerei, beim Mittagsbuffet oder im Supermarkt. Dieses wunderbare - aber eben unverkaufte Essen kann in deiner Wundertüte landen zu einem reduzierten Preis. Auch über die App „ResQClub“ findet man schnell Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und Cafés, die warme Mahlzeiten zum reduzierten Preis anbieten, die sonst in der Tonne landen würden.

Noch ein heißer Tipp ist die Plattform „Mundraub“ für die Entdeckung und Nutzung essbarer Landschaften. Einfach in der Natur sein eigens Glück mit gesundem Menschenverstand pflücken und Fundorte mit anderen teilen. Auch der Landkreis Hassberge verfügt über eine eigene Streuobst-Börse über die, Besitzer und Abnehmer, also Angebot und Nachfrage zusammengebracht werden.

Mit all diesen Tipps kann man tatsächlich sein eigenes Konsumverhalten nachhaltig verändern und der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken bzw. zur Lebensmittelwertschätzung positiv beitragen.

Denn jeder auch noch so kleine Beitrag ist wichtig!

 

(Autorin: Kristin, Praktikantin im UBiZ März 2020)


Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben