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Auftaktveranstaltung Modellprojekt „Let´s get started!“ |   Blog

Vor den Sommerferien fand mit den Modellschulen jeweils noch eine Auftaktveranstaltung statt. Unter dem Motto „Let´s get started!“ sollte nach den Absprachen mit den jeweiligen Schulleitungen auch das ganze Kollegium abgeholt werden.

Zwei der Schulen hatten ihre Teilnahme bereits frühzeitig festgemacht und somit konnten wir hier bereits inhaltlich in den Termin starten.

Eine der Schulen hatte großes Interesse angemeldet, es sollte aber erst noch eine Vorstellung vor dem Kollegium stattfinden, um gemeinsam und ganz demokratisch über die Teilnahme am Projekt zu entscheiden.

Die Auftaktveranstaltung beinhaltete noch einmal die Vorstellung des Projekts, Ablauf und Ziele für alle Anwesenden, wodurch auch Raum für Fragen gegeben wurde.

Vor allem sollte noch einmal der Weg von einer „BNE I (normativ)“ hin zu einer „BNE II“ (kritisch-emanzipatorisch) verdeutlicht werden, um hier ein Verständnis für den Whole School Approach bzw. den Weg vom Einzelprojekt zum Prozess zu verdeutlichen und somit auch, welches Ziel das Projekt „Let´s dance!“ verfolgt.

Ein gutes Beispiel für die Gegenüberstellung der beiden BNE-Formen findet sich im Artikel von Sophia Getzin und Mandy Singer-Brodowski zum Thema „Transformatives lernen in einer Degrowth-Gesellschaft“:

„Ein Beispiel: SchülerInnen könnten ohne Weiteres an einer BNE-Projektwoche zum Thema nachhaltiger Konsum teilnehmen, während in der gleichen Woche Fleisch aus konventionellem Anbau auf dem Teller landet."1

Hier wird deutlich, dass das Konzept BNE auf einem ganzheitlichen Ansatz beruht

„Bildung für nachhaltige Entwicklung ist deutlich mehr als ein weiteres einzugliederndes Einzelthema, es ist ein übergreifender Ansatz, der sich auch auf Lehr-und Lernmethoden auswirkt. Differenziertes Lernen, fächerübergreifende und -verbindende Ansätze, systemische Herangehensweisen, Partizipation derSchülerinnen und Schüler, all dies sind Merkmale vonBNE-Lernprozessen, die die Entwicklung der Gestaltungskompetenz fördern."2

Diesen übergreifenden Ansatz werden die Projektschulen während der beiden Projektjahre in den Fokus nehmen und für sich passende, individuelle Ziele und Maßnahmen erarbeiten.

Doch bevor es an die Inhalte ging, sollte auch das Thema „Bewusstsein“ in den Blick genommen werden, das von entscheidender Bedeutung für Transformationsprozesse ist.

Gleichzeitig ist ein Ziel im Projekt „Let´s dance“; dass die Teilnehmenden Methoden kennenlernen, die sie später auch selbst im Schulalltag nutzen können.

Aus diesem Grund fanden in der Auftaktveranstaltung auch sogenannte „Philosophische Gesprächsrunden“ statt. Philosophieren ist eine Methode, die auf verschiedenste Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz (nach Gerhard de Haan et al, 2008) einzahlt und sehr flexibel in Unterricht und Projekten einsetzbar ist.

In einem Philosophischen Gespräch werden Fragen philosophiert, auf die es nicht die eine richtige Antwort gibt, sondern viele individuelle Antworten. Anders als in einer Diskussion geht es beim Philosophieren darum, die Impulse der anderen Teilnehmenden wertzuschätzen und aufzunehmen. So kann eine Person mit einer völlig anderen Haltung aus einem philosophischen Gespräch herausgehen, als sie eingestiegen ist, ohne jede Art von Gesichtsverlust oder Desorientierung und können so eigenen Verhalten überdenken oder ggf. verändern. In philosophischen Runden sprechen die Teilnehmenden also über Werte – ganz im Sinne einer BNE.

Bei den Teilnehmenden, wie zum Beispiel Schüler*innen, werden durch philosophische Gespräche auch folgende Kompetenzen gefördert:

  • Zuhören können
  • Sich artikulieren können
  • Andere Meinungen wertschätzen können
  • Sich seinen eigenen Werten bewusst werden
  • Üben einer unvoreingenommenen Betrachtungsweise
  • Verständnis für und Erleben von Pluralismus
  • Erleben einer gleichberechtigen Teilhabe
  • Anregung zum Überdenken eigener Handlungsweisen

Ein Philosophisches Gespräch beinhaltet einen Einstieg in die Frage, die philosophische Runde sowie einen Ausstieg.

Mit den beiden Kollegien der Modellprojektschulen wurde zum Thema „Muss ich eigentlich?“ philosophiert. 

Werden Veränderungsprozesse angestoßen, kann bei Teilnehmenden häufig auch das Gefühl von Überforderung oder Überwältigung entstehen. Je größer das bereits vorhandene Gefühl von Stress und Druck ist, desto eher neigen wir dazu, Veränderungen aus Mangel an Kapazitäten abzulehnen. Daher ist es wichtig, wie solche Veränderungsprozesse wahrgenommen werden. 

Ein sehr schöner Einstieg bietet das Buch „ Bei drei auf den Bäumen“ von Saskia Hula und Ulrike Möltgen – eine verrückte Geschichte vom Muthaben und Veränderung. 

Über diese Hinführung stiegen wir in unsere Runde ein und philosophierten über Sinnhaftigkeit von Zwängen, Sinnhaftigkeit von Regeln, aber auch über die eigene Wahrnehmung von Aufgaben:

„Wenn ich das Wort „müssen“ mit „können“ oder „dürfen“ ersetze, habe ich sofort einen völlig anderen Zugang zum Thema oder der Aufgabe."(Teilnehmerin Modellprojektschule)

Um das Thema noch weiter mit der eigenen Alltagswelt zu verknüpfen, sollten sich die Teilnehmenden nach der philosophischen Runde eine Situation vorstellen, in der sie dieses „Müssen“- Gefühl“ besonders spüren. 

Währenddessen wurden Choaching-Karten verteilt (Gedankenspiel – Raus aus alten Denkmustern – Rein in neue Möglichkeiten!), mit denen im Anschluss diese Situation noch einmal neu betrachtet und „umgeschrieben“ werden sollte.

Die Intention der Auftaktveranstaltung war es, die Kollegien mit einem ersten Impuls sowie einem positiven Gefühl zum Thema Transformation in die Sommerferien gehen zu lassen.
 
Quelle 1: file:///C:/Users/p.sommer/Downloads/_ojs_admin,+Zeitschriftenverwalter_in,+Getzin+und+Singer-Brodowski.pdf, S. 38, f

Quelle 2: BNE-Portal, www.bne-portal.de/bne/de/einstieg/bildungsbereiche/schule/schule.html

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