Angesichts der Massen an Plastik, das sich bereits in unserer Umwelt befindet, könnte man manchmal tatsächlich resignieren. Doch wäre das eine Lösung für uns? Natürlich nicht! Als kleine Motivationshilfe geben wir Euch mal ein paar richtig gute Beispiele von Leuten, die sich dem Problem „Plastik in unseren Ozeanen“ auf kreative Weise stellen!
Bureo – Skateboards und Sonnenbrillen aus Fischernetzen
Ben Kneppers arbeitete 2012 in Chile als Umweltberater. Er war schockiert ob der gigantischen Menge an Plastikmüll und zerbrach sich den Kopf darüber, wie man dieser Herr werden könnte, bevor diese nach und nach Chiles Küstenregionen zerstört. Seine Idee: Er wollte alte Fischernetze zu Skateboards verarbeiten, denn immerhin zehn Prozent aller Plastikabfälle produziert die Fischerei, in Form von Überresten oder Müll. Auch ein Name war schnell gefunden „Bureo“. Es stammt aus der Sprache der Mapuche (indigenes Volk in Südamerika) und bedeutet „die Wellen“.
Für ein „Plastikcruiser-Bard“ werden 4,5 Quadratmeter Fischernetz benötigt. Nach vielen Versuchen, Berechnungen und dem Aufbau eines großen Netzwerks ging es als Star up los. Die Initiative „Net Positiva“ wurde ins Leben gerufen, und mittlerweile werden alte Netze nach Absprache mit Fischereiverbänden zu bestimmten Sammelstellen gebracht und zuvor gesäubert. Mittlerweile läuft das am Anfang sicherlich von vielen belächelte Unternehmen, seit kurzem gibt es nun auch recycelte Sonnenbrillen bei Bureo.
Was bringt´s? 2014 als kleines Start up gegründet sammelte Bureo 2016 Zehn Tonnen Plastikmüll. Viel? Wenig? Nur der Tropfen auf den heißen Stein? Definitiv ist es ein Anfang – und ausbaufähig!
The Ocean Cleanup: Meeressäuberung im großen Stil
Von einem jungen Niederländer initiiert ist The Ocean Cleanup das wohl bekannteste Meeres-Säuberungsprojekt im großen Stil. Die Meere sollen damit im großen Stil von Müll befreit werden – zumindest von auf der auf oder nahe an der Oberfläche schwimmendem Müll. Der Abfall soll dabei an langen, v-förmig angeordneten schwimmenden „Armen“ hängenbleiben und dann von einer zentralen, am Meeresboden fixierten Plattform eingesammelt werden, um anschließend an Land recycelt zu werden. Hierbei sollen die natürlichen Strömungen der Ozeanstrudel genutzt werden, die den Müll in die „Fangarme“ treiben.
Nach ersten Testphasen in der Nordsee wurde das System nun auch im Pazifik installiert. Seit Herbst 2018 ist das Gerät – mit einer Unterbrechung – im Einsatz und versucht, im pazifischen Müllstrudel aufzuräumen. Mehr dazu: The Ocean Cleanup startet wieder.
Ein Meeresmülleimer für den Hafen – der Seabin
Zwei Australier sorgten mit ihrer Idee des „Seabin“ für Wirbel: der „Meeresmülleimer“ soll in Häfen mit Hilfe einer Pumpe treibende Abfälle einsammeln. Die Behälter können dann geleert und der Müll somit korrekt recycelt werden. Traurig, dass dies überhupt nötig ist, aber der Erfolg gibt dem Erfinder-Duo recht: mittlerweile sind bereits über 700 Seabins in Häfen im Einsatz und bestellbar.
Hier seht ihr, wie der Seabin funktioniert: https://www.youtube.com/watch?v=ySp7HKD7jaw
Ramadama - unter Wasser
Project Aware ist eine Meeresschutz-Organisation, die bei ihrer Aktion vor allem Hobbytaucher*innen anspricht und auf ihre Beteiligung setzt. Mit der Aktion „Dive against Debris“ (deutsch: „Tauchen gegen Abfall“) will die NGO dabei helfen, Meere von Müll zu befreien und vor allem auch Daten über Art, Ausmaß und Orte der Meeresverschmutzung zu sammeln. Der Weg scheint zunächst einfach: Taucher organisieren sich, um während ihrer Tauchgänge Müll einzusammeln und die Funde genau zu dokumentieren. Die Daten werden anschließend in einer globalen Datenbank gesammelt und zu Karten verarbeitet. Auf lange Sicht soll dies dabei helfen, das Vorgehen gegen den Müll in den Meeren effektiver zu organisieren und zu verstärken!
Dies sind nur ein paar wenige Beispiele von Projekten, in denen sich Menschen optimistisch dem Plastikproblem stellen.
Part II coming soon… !
