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Dürfen Kartoffeln jetzt in den Kühlschrank oder nicht?!? - Teil 2 |   Blog

Was für unsere Großmütter und auch zum Teil Mütter noch völlig selbstverständlich war, stellt uns heute durchaus vor Herausforderungen. Wie lagert man seine Lebensmittel so, dass sie möglichst lange halten? Heute geht es ums Thema Lagerung im Kühlschrank.

 

Der Kühlschrank – vollgestopft ist schon halb weggeworfen

Zunächst vorweg. Sowohl bei Gefrierschränken als auch bei Kühlschränken gilt: je weniger Luft, die gekühlt werden muss, umso besser für den Stromverbrauch. Für die Übersicht und das rechtzeitige Verbrauchen von Lebensmittel wiederum wird ein vollgestopfter Kühlschrank zum Problem. Also auch hier gilt: sinnvolles und übersichtliches Befüllen verhindert Lebensmittelverschwendung. Der Platz kann dennoch gut ausgenutzt werden.

Bei einigen Produkten streiten sich die Geister, ob diese nun in den Kühlschrank gehören oder nicht. Bei vielen ist es aber absolut klar - auch, wohin im Schrank das Produkt platziert werden sollte.


Am kühlsten sind die unteren Fächer. Das Gemüsefach ist daher durch die Glasplatte sowie in Schufächern geschützt. Hier herrschen etwa 9°C, bei denen wir Gemüse und Obst lagern sollten. Hier finden Brokkoli, Karotten, Rosenkohl, Spinat, Salat oder auch Obst wie Äpfel oder Birnen ihren Platz. Ob ihr letzteres, also Äpfel und Birnen, in den Kühlschrank packen wollt, entscheidet ihr am besten danach, wie viel ihr auf Vorrat gekauft habt. Achtung bei Äpfeln: durch ihr Reifegas reifen und verderben auch in der Nähe gelagerte andere Obst- und Gemüsesorten schneller. Es kann also für eine längere Haltbarkeit sinnvoller sein, die Äpfel getrennt außerhalb des Kühlfachs zu lagern.


Tipps zu einzelnen Gemüsesorten im Kühlschrank:
 

Blattsalate
mit einem feuchten Tuch einschlagen und so noch möglichst luftdicht aufbewahren. Hier bieten sich zum Beispiel Bienenwachstücher/-beutel wunderbar an. Nichtsdestotrotz heißt es bei Salat: Schnell aufbrauchen! Leicht welke Blätter müssen nicht sofort in den Müll – in Wasser eingelegt erholen sie sich wieder.
Karotten
sollten immer aus der Plastik-Verpackung genommen werden (sonst sammelt sich Feuchtigkeit und sie schimmeln). Unverpackt können Karotten ungeputzt gekauft werden, das erhöht die Haltbarkeit! Um Dreck im Fach zu vermeiden können sie dann in einer Papiertüte gelagert werden – aber kontrolliert. Ist die Tüte feucht, austauschen.

Das Karottengrün sollte entfernt werden – aber nicht in die Tonne. Karottengrün gibt ein leckeres schnelles Pesto! (Zubereitung wie normales Pesto mit Nüssen, Olivenöl, Salz/Pfeffer, ggf. Parmesan)

Trenne Möhren von Birnen, Tomaten und Äpfeln, da sie sonst bitter werden können. Auch Karotten können in ein feuchtes Tuch eingeschlagen werden. Falls die Möhren wirklich länger halten sollen, können diese auch in einem Wasserbad gelagert werden. Dafür müssen sie dann gereinigt und in einen gut schließenden Kunsstoffbehälter mit kaltem Wasser gegeben werden. Das Wasser muss regelmäßig kontrolliert und spätestens nach fünf Tagen getauscht werden. So verlieren die Karotten allerdings zeitgleich auch viele Vitamine.
Birnen
Sollten immer oben auf oder getrennt gelagert werden. Sie bekommen in reifem Zustand schnell Druckstellen, die matschig werden. Achtung, auch im Kühlschrank ist die Haltbarkeit von Birnen nur von kurzer Dauer. Sie sollten nicht auf großen Vorrat gekauft und schnell verbraucht werden. Als große Erntemenge aus dem Garten sollten Birnen schnell verarbeitet werden.
Angeschnittenes Gemüse
bleibt länger frisch, wenn die Schnittseite gut abgedeckt wird. Entweder auf einen Teller stellen oder auch wieder zum Beispiel Bienenwachstücher nutzen. Der Kohl hier wurde bei Aufnahme des Fotos bereits vor einigen Tagen angeschnitten und hat noch keinerlei braune Stellen entwickelt.

 

Je fetter desto kürzer gilt auch für den Kühlschrank

Im Fach über unserem Obst und Gemüse ist es mit etwa 2°C am kühlsten und hier lagern wir Fleisch und Fisch. Wie auch beim Einfrieren gilt hier, je fetter desto kürzer können und sollten wir es aufbewahren. Bei diesen Produkten sprechen wir auch vom Verzehrsdatum, nicht vom MHD. Dieses sollte, wie wir schon beschrieben hatten, nicht überschreiten. Hackfleisch, das ihr nicht sofort nach Kauf verzehren wollt, solltet ihr anbraten. So könnt ihr es noch zwei weitere Tage gut aufbewahren. In diesem Fach Eures Kühlschrank solltet ihr auch Wurst aufbewahren. Wenn es geht, im Ganzen kaufen. Geschnitten verdirbt deutlich schneller. Nehmt sie aus der Kaufverpackung und gebt sie in einen gut schließenden Behälter, falls ihr nicht ohnehin unverpackt bereits mit solchen einkaufen geht. Verschieden Sorten sollten auch in verschiedene Behälter gegeben werden. Bienenwachstücher eigenen sich hierfür nicht.

 

Raus aus der Verpackung oder rein in die passende Verpackung

Im Fach über Fleisch, Fisch und Wurst ist der richtige Platz für Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Pudding etc. Auch bei Käse gilt: raus aus der Plastikverpackung vom Einkauf. Allerdings mag Käse es nicht luftdicht, da er „atmen“ können muss und die Feuchtigkeit entweichen soll. Kauft ihr in Käsepapier von der Theke, ist dies eine gute Verpackungsmöglichkeit. Auch unsere Bienenwachstücher eigenen sich, anders als bei Fleisch, etc., auch sehr gut für Käse. Auch hier hält „am Stück“ wieder deutlich länger, als vorgeschnitten. Reinigt das Messer, mit dem ihr Teile abschneidet, vor jedem neuen Stück Käse.


Ins oberste Fach gebt ihr Lebensmittel, die aufgrund ihrer Zubereitung weniger Kühlung benötigen. Das ist zum Beispiel Marmelade, Eingelegtes wie Oliven/Essiggurken, usw.

Nun haben wir noch die Seitentür zu befüllen.
Ganz oben haben wir das sogenannte „Butterfach“. Entweder ihr achtet stets auf sorgfältigste geschlossene Verpackungsfolie oder aber Du gibst die Butter besser in gut schließendes Gefäß. Warum in der Tür? Dort wird sie nicht zu, aber ausreichend, kalt und kann schnell verwendet werden, ohne lange warten zu müssen.
Daneben könnt ihr Eure Eier lagern. Auch auf Eiern findet ihr ein Haltbarkeitsdatum.

Ob das Ei noch frisch ist, könnt ihr aber auch testen: in ein Glas mit Wasser gegeben, sinkt das frische Ei nach unten. Wenn es an die Oberfläche kommt, heißt es mal wieder, die Sinne zu nutzen. Aufschlagen: riecht es auffällig? Sieht es ungewöhnlich aus? Wenn nicht, solltet ihr das Ei aber dennoch nur gekocht/erhitzt verzehren.
Tipp: Hartgekochte Eier für eine längere Haltbarkeit nicht abschrecken!


Im Fach darunter in der Tür platziert ihr Saucen im Glas, Ketchup, Tomatenmark, Senf, etc.
Darunter wiederum hat die Kühlschranktür die richtige Temperatur für Milchpackungen (geöffent), Milchflaschen, Säfte und co.

 

Auch beim Kühlschrank gilt: Ordentliches Einräumen, neueres nach hinten, älteres nach vorne, höhere Gegenstände nach hinten, Verschlossenes gut beschriften. Chaos im Kühlschrank lässt uns schnell Lebensmittel und Produkte übersehen.

 

Gretchenfrage zum Schluss – gehören Kartoffeln in den Kühlschrank?

In der Regel findet ihr dazu ein klares „nein“. Denn durch Kälte wandelt sich die Stärke in den Kartoffeln in Zucker und sie schmecken süß. Allerdings kennen viele von euch das Problem der austreibenden Kartoffeln, selbst wenn man sich bemüht, sie dunkel und möglichst kühl zu lagern. Vor allem Singles tun sich schwer, ein Kartoffelnetz aufzubrauchen, bevor die ersten Augen sprießen.
Zum einen gibt es Kartoffeln in Biomärkten häufig einzeln zu kaufen, somit kann die Menge hier perfekt an die Bedürfnisse angepasst werden. Zum anderen haben wir aber durchaus auch gute Erfahrungen mit Kartoffeln im Kühlschrank machen können. Im obersten (also wärmsten) Fach, eingeschlagen und in einem luftdurchlässigen Behälter halten sich die Kartoffeln wunderbar, ohne dabei den Geschmack negativ zu verändern (wobei das natürlich auch darauf ankommt, wie kalt der Kühlschrank insgesamt eingestellt ist).Im obersten Fach liegen etwa 9°C vor, gleiches gilt für das geschützte Gemüsefach. Die Spaltung der Stärke zu Glucose beginnt bei Temperaturen unter 4°C. Wie schon beim Gefrierschrank gibt euch auch hier ein Termometer Auskunft. Entscheiden müsst ihr dann selbst.

Ihr seht also – manchmal muss man auch einfach ausprobieren und testen, was für den eigenen Alltag am besten funktioniert!

 

Nächste Woche haben wir noch ein paar Tipps für die Aufbewahrung von Lebensmitteln, die nicht im Kühlschrank gelagert werden.

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