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Weltglückstag am 20. März: Was macht uns eigentlich glücklich und wie viel brauchen wir dafür? |   Blog

 

„Wenn wir im Einklang mit uns selbst sind, brauchen und verbrauchen wir weniger, erzeugen aber mehr Sinn.“ (Dominik Veken)

 

Geschichte des Weltglückstages

Seit 2013 findet jedes Jahr am 20. März weltweit der „Internationale Tag des Glücks“ statt. Begründet wurde dieser am 12. Juli 2012 durch die UN-Hauptversammlung mit dem Bestreben, die wichtige Bedeutung von Glück und Wohlbefinden der Bevölkerung gegenüber rein materiellen Parametern herauszustellen und damit verknüpft die Balance zwischen den drei Nachhaltigkeitspfeilern Wirtschaft, Soziales und Umwelt zu unterstreichen, die gemeinsam als essenziell für das globale „Brutto-Glück“ angesehen werden.

Die Vereinten Nationen verbinden mit dem Weltglückstag weltweite Politikziele, so zum Beispiel die 2015 beschlossene„Agenda 2030“, deren Kernstück 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) darstellen, die alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigen. Ihnen sind fünf Kernbotschaften als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft Es geht um eine Umgestaltung von Volkswirtschaften hin zu nachhaltiger Entwicklung, beispielsweise durch verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster, sowie saubere und erschwingliche Energie.

Denn es hat sich gezeigt, dass sich eine nachhaltige Entwicklung positiv auf das Glück und das Wohlbefinden aller Menschen auswirkt.

 

Was hat Glück mit Nachhaltigkeit zu tun?

Ergebnisse der Glücksforschung zeigen schon lange, dass subjektives Wohlbefinden sich nur bedingt durch materiellem Wohlstand steigern lässt, wenn die Grundbedürfnisse einmal gedeckt sind. Viel mehr rücken dann Dinge wie soziale Kontakte, Beziehungen, kreative Entfaltung, sinnvolle Arbeit, Naturerlebnisse, Kultur und eine als intakt empfundenen Umwelt in den Vordergrund.

 Auch der Begründer der positiven Psychologie, Martin Seligman, zeigte anhand seines PERMA-Modells bereits 2011 auf, dass Menschen trotz aller Individualität primär durch immaterielle Dinge Glück empfinden. So besteht Glück laut Seligman daraus, positive Emotionen zu erleben, die Möglichkeit zu haben, sich zu engagieren und seinen Interessen nachzugehen, Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen, das eigene Tun als sinnhaft und nützlich zu erleben und persönliche Ziele zu verwirklichen.

Glück ist demnach kein Endzustand, in dem man irgendwann ankommt, sondern eine Kombination vieler Aspekte, die jeden von uns ein Leben lang begleiten. Auf der Suche nach dem Glück geht es also nicht darum, permanente Hochgefühle zu erleben, sondern ein erfülltes Leben zu führen. Statt immer nur „schneller, höher und weiter“ zu wollen auch die kleinen, alltäglichen Momente wahrzunehmen und zu schätzen.

Was uns wirklich glücklich macht, ist oft auch nachhaltiger. Denn wenn wir im Einklang mit uns selbst und zufrieden sind, verbrauchen wir weniger und erzeugen mehr Gemeinsinn. Wer glücklicher ist, agiert oft nachhaltiger, wer nachhaltiger agiert, wird oft glücklicher.

Glück und Nachhaltigkeit sind demnach nicht nur möglicherweise miteinander verbunden, sondern sie sind logisch miteinander verknüpft: Glück ist nicht möglich ohne Nachhaltigkeit. Ein aufgeklärtes Glücksstreben bezieht die Zukunft und kommende Generationen mit ein, für die es gilt, das Glück weiterhin zu ermöglichen. Nachhaltigkeit ist nicht plausibel ohne Glück. Sie muss sich auf etwas beziehen, das erhalten werden soll. Dies ist grundlegend für das subjektive Wohlbefinden jedes einzelnen Menschen und somit auch aller Menschen, welches es anzustreben und zu erhalten gilt. Das größtmögliche Glück aller verlangt zugleich nach einer Begrenzung der ökonomischen Interessen und einer Förderung von sozialen, ökologischen und kulturellen Aspekten. Nachhaltige Entwicklung im Sinne des Glücks ist Entwicklung, die allen Menschen das Streben nach Glück in der Gegenwart ermöglicht, ohne zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu nehmen, dasselbe zu tun.

 

Der Suffizienzgedanke: Gut leben statt viel haben

Suffizient (vom lat.: „sufficere“: ausreichen, genügen) zu leben bedeutet, sich statt einer materialistischen Lebensweise darauf zu fokussieren, was und wie viel man wirklich für ein gutes Leben braucht; und seinen Konsum entsprechend auf ein Nötiges zu reduzieren. Diese Haltung kann sowohl dazu beitragen, eine Reihe von Umweltproblemen zu bewältigen und das Überschreiten der planetaren Grenzen zu stoppen, als in Folge dessen auch Glück im Sinne eines „Wohlstandes ohne Wachstum“ für gegenwärtige, wie auch zukünftige Generationen ermöglichen.

 

Wie können wir im Hier und Jetzt glücklich und suffizient leben?

Einige Anregungen:

 

Werteorientierung: Was macht mich wirklich glücklich? Und was brauche ich dafür?

  • eigene Prioritäten, Stärken und Wünsche erkennen und hinterfragen
  • Womit möchte ich meine Zeit verbringen?
  • Fokus auf Gesundheit, Leichtigkeit und Achtsamkeit

 

Verbrauchssenkung und nachhaltiger Konsum: Was brauche ich wirklich?  

  • Strom: Geräte auf Stand-by oder ausschalten?
  • Wasser: Jeden Tag baden oder duschen? Könnte ich eine Zisterne nutzen?
  • Neuanschaffungen: neue Klamotten, Möbel und Bücher oder Second Hand?
  • Mobilität: Auto oder Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder Carsharing?
  • Lebensmittel: Haltbarkeit: Wegwerfen oder mit den eigenen Sinnen überprüfen? Regional, saisonal oder importiert?            (Wie häufig) möchte ich tierische Produkte konsumieren?
  • Verpackung: Plastik, Papier oder unverpackt? Einweg- oder Mehrwegverpackung?

 

Erneuerbare, saubere Energien: Welche Ressourcen nutze ich?

  • Strom, Wasser, Gas: Nutze ich einen Öko-Tarif? Oder kann ich eigenen (Solar-)strom erzeugen?
  • Energetische Sanierung: Würde ich von einer Energieberatung profitieren?

 

à Häufig geht es nicht um vollkommenen Verzicht, sondern um die clevere Nutzung bereits vorhandener Ressourcen und den Fokus auf das Wesentliche! J

 

Was brauchst DU wirklich, um glücklich zu sein?

 

Selina, UBiZ-Praktikantin 2024

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030

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