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VerantwotlICH Handeln - Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen |   Blog

„Wie kann man das Thema Nachhaltigkeit in die Praxis der traditionellen Umweltbildungsarbeit einbinden?“

Darum ging es in unserer Fortbildung, die wir am 25. September dieses Jahres im UBiZ für Tamara Och und die Teilnehmenden aus der Jugendarbeit des Obst- und Gartenbauvereins durchführten.

 

Aber wie können Kinder und Jugendliche nun an so ein komplexes Thema wie Nachhaltigkeit herangeführt werden?

Um ein Verständnis dafür zu erwecken, was Nachhaltigkeit überhaupt bedeutet, haben wir mit dem sogenannten Streichholzspiel gestartet, dass auch mit Jugendlichen einfach umgesetzt werden kann. Die Teilnehmenden konnten bei einer Simulation von der Bewirtschaftung eines Waldes selbst erleben, wie eine zu hohe Holzentnahme die eigenen Holzressourcen schnell vernichtet. Das Spiel vermittelt dadurch vorausschauendes Handeln und Verantwortung für zukünftige Generationen – Kernkompetenzen, die die Menschen im Sinne einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung erlangen sollen und hier spielerisch vermittelt werden konnten. Auch das Thema Gerechtigkeit kann zusätzlich eingebaut werden, wenn die Regeln des Spiels willkürlich gesetzt werden. 
Zusätzlich verweist das Spiel auf dem Ursprung des Begriffes der Nachhaltigkeit, der nämlich aus der Forstwirtschaft stammt! Somit hatten wir den perfekten Einstieg, um im Anschluss verschiedene Definitionen des Begriffes herzuleiten. Auch den persönlichen Assoziationen und Vorstellungen von Nachhaltigkeit der Teilnehmenden haben wir dabei Raum gegeben. Denn DIE eine Definition von Nachhaltigkeit gibt es bisher nicht.

 

Und wie kommen wir jetzt vom Begriff der Nachhaltigkeit zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)? 

Auch das haben wir im Rahmen der Fortbildung verdeutlicht und gezeigt was BNE eigentlich ausmacht. Wichtig ist nämlich, dass nicht nur die Ökologie, sondern alle drei Säulen der Nachhaltigkeit - Ökologie, Ökonomie und Soziales - gleichermaßen einbezogen werden und durch BNE keine vorgefertigten Lösungen vermittelt werden. Viel wichtiger ist es, dass durch die Methodenvielfalt möglichst viele Gestaltungskompetenzen erworben werden, die zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln befähigen. So wie zum Beispiel auch bei dem Streichholzspiel.

 

Die Agenda 2030

Durch Bildung für nachhaltige Entwicklung soll unter anderem die Agenda 2030 vorangebracht werden. Als Fahrplan für die Agenda gibt es die 17 Nachhaltigkeitsziele, mit denen sich die Teilnehmenden in einem Laufspiel, im Hof des UBiZ, intensiver beschäftigen konnten. Dafür haben wir im Vorfeld auf dem Gelände 17 Fragen zu den jeweiligen Zielen versteckt, die gefunden und richtig beantwortet werden mussten. So konnte sich schnell und mit Spaß ein grobes Bild davon gemacht werden, was die Ziel umfassen. 

Weiterführend haben wir uns dann mit der Relevanz dieser Ziele für Menschen aus verschiedenen Regionen unserer Erde beschäftigt. Wir verteilten Plakate mit fiktiven Menschen aus verschiedenen Ländern an die Gruppen, die sich dann überlegen sollten welche 4 Nachhaltigkeitsziele für die jeweilige Person auf dem Plakat am wichtigsten sind. Die Teilnehmenden fanden schnell heraus welche Unterschiede zwischen globalem Norden und Süden vorherrschen, sodass ihnen Bewusst werden konnte, dass die Agenda 2030 als globales Vorhaben betrachtet werden muss. Eine BNE-Kompetenz, die bei dieser Übung vor allem gefördert werden kann, ist die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen – Empathie zu zeigen.

 

Der ökologische Fußabdruck 

Abgerundet wurde der Tag mit einem eindrücklichen Spiel, bei dem der eigene ökologische Fußabdruck ermittelt werden konnte und mit einem praktischen Teil zu Bienenprodukten und Gärtnern. Im Kontext des Ressourcenverbrauchs von Deutschland – der übrigens so hoch ist, dass wir fast 3 Erden brauchen würden, wenn alle so leben würden, wie wir – konnten die Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten kennenlernen, wie sie den eigenen Fußabdruck verkleinern können.

Zum einen gab es im Rahmen des Fußabdruckspiels dazu Tipps. Zum anderen wurde aber auch beim Praxis-Workshop mit Michaela von der Linden direkt eine Methodik an die Hand gegeben, wie man selbst Bienenwachstücher - als Mehrwegalternative zu Alufolie - herstellen kann. Somit konnten Theorie und Praxis wunderbar miteinander verknüpft werden. Vor allem eim Workshop zum Bau von Upcycling-Insektenhotels diskutierten die Teilnehmenden nochmal viele der angesprochenen Themen und überlegten schon von sich aus: „Wie kann beispielsweise beim Insektenschutz Soziales, Ökologische und Ökonomischen vereinbart werden?“ 

 

Ein erfolgreicher Tag 

Die Angst der Teilnehmenden vor den großen Themen der Nachhaltigkeit konnten wir durch die Fortbildung ein wenig nehmen. Die Methoden zur Vermittlung an Kinder und Jugendlichen, die wir ihnen im Laufe des Tages vorstellten und die sie selbst erproben konnten, zeigten ihnen wie einfach Themen der Nachhaltigkeit auf die Lebensrealität von uns allen heruntergebrochen werden kann, sodass wir gemeinsam eine gelungene Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung schaffen können. 

Für uns war der Tag auf jeden Fall ein voller Erfolg, der sich auch in dem Feedback der Teilnehmenden widergespiegelt hat. 

 

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