Kursangebote
Eingeigelt - Januar

Stell Dir vor, Du müsstest den Winter draußen verbringen, im Schnee, Wind und den kalten Tagen und Nächten. Wir Menschen hätten damit schnell ein Problem – unsere Tiere haben sich hierfür verschiedene Strategien einfallen lassen, wie sie möglichst gut durch die harte Jahreszeit kommen.
Die Vorbereitungen beginnen bereits im Herbst: viele von ihnen sind auf der Suche nach Fressvorräten oder bauen sich ein gemütliches Nest, in dem der Winter dann gut verbracht werden kann.

Winterruhe

Das Eichhörnchen zum Beispiel hält „Winterruhe“. Es befindet sich in einem schlafähnlichen Zustand, den es aber immer wieder unterbricht – um aus einem der vielen Futterverstecke, das es sich im Herbst angelegt hat, etwas Nachschub zu holen. Es ist also deutlich weniger wuselig aktiv unterwegs, als im restlichen Jahr, verschläft den Winter aber nicht komplett. Verbringen tut es seine Winterruhe übrigens im sogenannten „Eichhörnchen-Kobel“, von dem es sich 2-8 Stück in einer Höhe ab 6 m über dem Boden baut.

„Das Eichhörnchenspiel“  - Waldaktion im Dezember

Tiere die ebenfalls „Winterruhe“ halten sind zum Beispiel Dachs und Bär.

Und hier geht es zur BN-Aktion: Eichhörnchen beobachten und melden! Mach mit!

Winterschlaf

Auch die Winterschläfer unter den Tieren schlafen nicht von Oktober bis April durch. Denn auch diese Tiere wechseln zwischenzeitlich das Lager oder die Schlafposition – aufs Klo muss man natürlich auch mal…

Echte Winterschläfer sind Igel, Fledermaus, Haselmaus, Siebenschläfer oder auch Murmeltier.
Dennoch fahren sie ihre Körperfunktionen wie Stoffwechsel und Körpertemperatur und zehren von im Herbst angelegten Fettpolstern. Ein Igel atmet zum Beispiel statt 40 bis 50 Mal pro Minuten nur ein bis zweimal! Die Körpertemperatur sinkt von 36 auf 8 C° (Also wie wenn Deine Körpertemperatur auf Kühlschranktemperatur absinken würde).

Umso wichtiger, sich dafür ein angenehmes, kuscheliges, sicheres Plätzchen zu schaffen. Wie gut würdest Du als Igel den Winter überstehen

Winterstarre

Es gibt aber auch Tiere, die nicht selbst ihre Körpertemperatur steuern. Sie sind von der Sonne und der Außentemperatur abhängig. Ihr kennt das bestimmt: Reptilien wie Schlangen, Insekten, Fische und Amphibien können sich nur bewegen, wenn sie aufgewärmt werden. Man nennt das „wechselwarm“.

Diese Tiere fallen in eine Winterstarre, wenn die Außentemperatur bis zu einem bestimmten Punkt sinkt. (Es gibt übrigens auch eine Wärmestarre ab 45 C°, die endet aber in der Regel nicht wirklich gut für die Tiere, da sie hier oft Schäden an Organen etc. erleiden). Die Körperfunktionen werden praktisch völlig zurückgefahren. Die Muskeln bewegen sich nicht, die Tiere sind völlig bewegungsunfähig und der Stoffwechsel wird stark verlangsamt. Auch diesen Tieren kann es zu kalt werden und bei sehr niedrigen Temperaturen tritt der Kältetod ein. Damit das nicht passiert, suchen sie sich für ihre Winterstarre einen möglichst frostgeschützten Platz zum Überwintern.

Manche Marienkäfer überwintern auch ganz in unserer Nähe, in Mauerritzen oder Dachsparren. In unseren Fensterläden landen sie eigentlich nur zufällig. Eine Freude machst Du Marienkäfern, die nicht in wärmere Regionen wandern, im Winter mit einem Laubhaufen im Deinem Garten!

Aktiv im Winter

Viele Tiere wie Reh, Fuchs, Wolf, Stand-Vögel oder Wildschwein bleiben im Winter aber aktiv und ziehen sich nicht in ein extra Winterquartier zurück. Sie bekommen, um sich warm zu halten, ein dickeres Fell, das vom Körper in dieser Zeit auch stärker eingefettet wird. Das kennst Du vielleicht von Deinem Hund oder Deiner Katze im Winter auch. Vögel können ihr Gefieder aufplustern, um sich warm zu halten.

Diese Tiere müssen auch den gesamten Winter über Nahrung finden und fressen. Davon finden sie aber deutlich weniger, als in den anderen Jahreszeiten. Das bedeutet, dass jede unnötige Bewegung und jeder unnötige Energieverbrauch vermieden werden muss, um die kalte Jahreszeit trotzdem gut zu überstehen.

 

 

Wir Menschen sollten also darauf achten, die Tiere im Winter nicht unnötig aufzuscheuchen, da sie sonst ihre wertvollen Fettreserven verbrauchen. Dies gilt natürlich auch für die schlafenden und ruhenden Tiere.

Warum das so wichtig ist, könnt ihr mit dem nachfolgenden Spiel gleich selbst ausprobieren, wenn ihr mit ein paar mehr Mitspielern unterwegs seid!

Manche Tiere verlassen Deutschland aber auch lieber, bevor der kalte Winter hereinbricht.

Unsere Zugvögel hast Du bestimmt schon mal beobachtet, wenn sie sich langsam in immer größeren Gruppen zusammenfinden, um dann gemeinsam den Zug nach Süden, in wärmere Länder anzutreten.

Dazu gehören zum Beispiel Schwarz- und Weißstorch, Kranich, Kuckuck, Nachtigall, Hausrotschwanz und viele andere, denn den Großteil unserer heimischen Vogelarten zieht es nach Südeuropa oder Afrika während der Wintermonate, manche sogar bis Indien.

Doch die Zugwege, egal wohin sie führen, sind für die Vögel anstrengend, oft aber auch gefährlich. Sie fliegen auf den Wegen zu ihren Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten meist über mehrere Länder, wo neben natürlichen Hindernissen (wie Wüsten und Meer) auch auf Gefahren treffen, die menschengemacht sin: Stromleitungen oder schlecht isoliere Strommasten oder zerstörte Rastgebiete, auf die sich die Vögel eigentlich verlassen, können das Ende der Reise bedeuten oder dazu führen, dass es auf lange Sicht weniger Vögel dieser Vogelart geben wird. In manchen Ländern dürfen bei uns geschützt Vogelarten auch gejagt werden.

Die Vögel, die im Winter über hierbleiben, freuen sich über Deine Unterstützung beim Futterangebot. Wie, was und wo Du füttern solltest und tolle Bastelanleitungen hierzu findest Du auf unserer Seite für Dezember.



Spiel: "Eingeigelt"

Material:

  • Thermoskanne mit heißem Wasser
  • (Brat-)thermometer
  • 1 Filmdose oder anderes kleines Gefäß, das Hitze aushält und außen nicht zu heiß wird
  • Evtl. etwas Watte

Bei diesem Spiel hast Du die Aufgabe, ein warmes Winterquartier für „Deinen Igel“ zu suchen.

Überlege Dir mit Deinen Begleitern schon mal, was draußen in der Natur im Winter gut wärmt, und was eher Kälte abgibt. Kalt sind z.B.: Nasse Erde, nasses Moos, Steine. Wärme halten z.B.: Trocknes Laub, trocknes Moos, gepolsterte Höhle im Boden zwischen Wurzeln.

Dann werden die Filmdosen mit heißem Wasser gefüllt (das macht einer der Erwachsenen) und gut verschlossen. Suche nun ein Deiner Meinung nach besonders gut geeignetes, warmes Versteck. Eine Filmdose bleibt als Vergleichsdose einfach an der Luft stehen, eine Dose kann auch in Watte gepackt werden. Nun halten die Igel eine Weile Winterschlaf.

Für die Wartezeit: (Vorlese-)Geschichte – Die Maus, die nicht schlafen wollte

Nach ca. 30 Minuten holt ihr Eure “Igel“ wieder aus ihren Winterquartieren und messt mit dem Thermometer sofort die Temperatur. In welchem Versteck ist der Igel am wärmsten geblieben? Welche Temperatur haben die beiden „Vergleichsigel“?

Sollte Euch kurz vor dem Winter oder im Winter zum Beispiel ein Igel auffallen, der sich nicht mehr rechtzeitig eine ausreichende Fettschicht anfressen konnte, zu klein ist oder krank wirkt, gibt es zum Beispiel hier Kontaktdaten zu Fachleuten, die Euch weiterhelfen können:

Wildtierschutz Deutschland e.V.

Hier könnt ihr auch nach Pflegestellen direkt in Eurem Postleitzahlengebiet suchen!

Spiel: "Bitte nicht stören - Fledermäuse im Winterschlaf!"

Material:

  • 1 Stift pro Teilneher*in
  • 2-3 Gummibärchenwürmer für jeden
  • 1 Wollknäuel
  • leere Karteikarten

Zeitaufwand: 30 - 60 min

Ort: Waldstück mit Versteckmöglichkeiten

Alter: ab 10

Info: Im Oktober, wenn die Insekten weniger werden, ziehen sich die Fledermäuse zum Überwintern in ihre Winterquartiere zurück. Sie benötigen frostfreie, feuchte Orte mit glleichmässiger Temperatur, zB. Höhlen, hohle Baumstämme. Dort halten sie Winterschlaf verbrauchen dabei ihren „Winterspeck“. Bei Störungen wachen sie auf und ziehen manchmal sogar um. Dabei verbrauchen sie extrem viel Energie. Wenn sie zu oft gestört werden, reicht ihr Fettpolster nicht aus und sie verhungern.

Fledermausschützer versuchen deshalb, Störungen zu verhindern, indem sie die Leute informieren oder die Höhleneingänge versperren.
Die Spieler werden in 2 Gruppen geteilt: Fledermäuse und Menschen. Wenn die Gruppe groß genug ist, werden die Menschen wieder in zwei Gruppen geteilt: Fotografen und Fledermausschützer.

Die Fledermäuse erhalten Gummibärchenwürmer (mind. ein Wurm weniger als Anzahl der Fotografen), einen Stift und leere Karten. Sie bekommen einen Vorsprung und suchen sich einzeln oder zu mehreren ein gutes Versteck. Jedes Versteck bekommt einen Namen, der auf eine Karte geschrieben wird.

Die Fotografen suchen nach den Federmausquartieren. Sie wollen möglichst viele Quartiere fotografieren. Wenn sie eines gefunden haben, machen sie ein „Foto“ davon, indem sie eine Fledermaus berühren die Karte mit dem Namen des Quartiers mitnehmen.

Die Fledermäuse dieses Quartieres müssen je einen Wurm essen, da sie durch die Störung Fettreserven verbrauchen. Die Fotografen bringen ihren Film sofort zum Entwickeln, d.h. sie geben ihre Karteikartebei der Spielleitung ab. Die gestörten Fledermäuse suchen sich in der Zwischenzeit ein neues Quartier.

Wenn ihr genügend Leute seid, gibt es unter Euch auch noch „Fledermausschützer“. Sie erhalten je ein Wollknäuel und versuchen ebenfalls Fledermausquartiere zu finden. Ein entdecktes Quartier wird mit einem Wollfaden rundum abgesperrt (in Bäumen und Ästen verhakt oder auf den Boden gelegt), so dass die Fotografen die Fledermäuse nicht mehr berühren können. Diese Fledermäuse sind in Sicherheit und dürfen nicht mehr gestört werden. Das Spiel endet mit Frühlingsbeginn, den der Spielleiter ankündigt.

Alle Fledermäuse, die keine Energievorräte mehr haben sind leider verhungert.

Die Naturschützer haben gewonnen, wenn mehr als zwei Drittel aller Fledermäuse überlebt haben. Hinweis: Wenn ein Naturschützer vor Ort bei der Arbeit ist, darf ein Fotograf nicht fotografieren. Wenn ein Fotograf später die Fledermaus über die Absperrung hinweg berühren kann, ohne am Faden zu wackeln, hat er sein Foto. Die Fledermäuse dürfen nicht ausweichen, sie schlafen ja!

ACHTUNG: Achtet natürlich darauf, im Anschluss wieder alles an Material mit nach Hause zu nehmen, also alle Kärtchen und natürlich auch die Wollfäden.

Spiel: "Storchenzug"

Material: 2 lange Seile oder mehrere Äste vor Ort zur Spielfeldmarkierung

Ort: freie Fläche

Es werden zwei Grundlinien im Abstand von ca. 20m markiert, auch die Seitenlinien des Spielfelds werden markiert (Größe je nach Anzahl der Mitspielenden).

Einer von Euch steht hinter einer der Grundlinien und stellt die Gefahren beim Vogelzug dar: Stromleitungen, Jäger, schlechte Wetterbedingungen, Fress-Feinde. Es st eht im „Süden“.

Alle anderen sind Störche und stehen hint er der anderen Grundlinie im Norden . Beim Ruf „Storch flieg!“  „fliegen“ (rennen) alle Störche los und versuchen den Süden zu erreichen, ohne vorher von der Gefahrenquelle erwischt (abgeschlagen) zu werden, die ebenfalls entgegengerannt kommt. (Bei einer großen Gruppe gibt es mehrere „Gefahrenquellen“)

Störche, die es erwischt hat, werden entweder zu feststehenden Strommasten, dort, wo sie abgeschlagen wurden oder fangen als Gefahrenquelle beim nächsten Mal mit.

Nach zwei bis drei Runden wird gezählt, wie viele Störche es geschafft haben und im Süden angekommen sind.

UmweltBildungsZentrum Oberschleichach

Pfarrer-Baumann-Straße 17 | 97514 Oberaurach
Tel: 09529.9222-0
Fax: 09529.9222-50
E-Mail: info@ubiz.de

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag von 08:30 bis 12:00 Uhr
und 13:00 bis 16:00 Uhr
Freitag von 08:30 bis 12:00 Uhr