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Wer läuft denn hier? - Februar

Wer läuft denn da?

Tierspuren, nicht nur im Schnee

Zuerst findest du ein paar Infos zu Tierspuren und weiter unten dann Spielanleitungen für eine Waldwanderung, nicht nur im Tiefschnee.


Der Winterwald erzählt dir viele spannende Geschichten, unabhängig davon, ob Schnee liegt oder nicht. 

Am leichtesten zu sehen sind dabei wohl Trittsiegel im frischen Schnee, egal ob Hase, Reh oder Fuchs. Aber auch in feuchtem Waldboden oder richtigem Matsch kann man Tierfährten entdecken.

Aber was erzählen dir die Tierspuren?

  • Welches Tier ist hier gelaufen?
  • War es schnell unterwegs oder langsam?
  • Alleine, zu zweit oder eine ganze Herde?
  • Wo ist das Tier hin gegangen? Aus welcher Richtung ist es gekommen?

Hier findest du eine Vielzahl Fotos von verschiedenen Trittsiegeln: Trittsiegel und andere Tierspuren - Wolf, Fuchs, Bär, Luchs, Marder, Dachs, Maus, Eichhörnchen (sabinemiddelhaufeshundundnatur.net)

Auf den beiden ersten Bildern siehst du die Spuren eines Hasen im Schnee. Das erkennst du daran, dass er vor die beiden Vorderfußabdrücke, die hintereinander sitzen, die Hinterläufe setzt, die nebeneinander landen. Dass er gemütlich gehoppelt ist, erkennt man an den Abdrücken der gesamten Hinterläufe. Ist der Hase auf der Flucht, so sieht man nur die vorderen Teile der Hinterläufe als Abdruck im Schnee, weil es schnell gehen muss. Das dritte Bild zeigt die Trittsiegel eines Hundes, der gemütlich vor sich hin geht.
Auf dem vierten Foto von @blatt_gefluester (Instagram) siehst du die Abdrücke von einem ziehenden Paarhufer (Reh oder Hirsch), d.h. von einem gemütlich dahin schreitendem Reh oder Hirsch. Wenn ein Paarhufer flieht, sind die Spuren nicht ganz so tief, und man sieht am hinteren Ende die Afterklauen deutlich abgesetzt, also hintendran zwei kleine "Punkte".

Tierspuren sind vielfältig

Tiere spielen mit uns Menschen quasi oft verstecken. Hat man erst mal den Blick für die Vielfalt von Tierspuren geschärft, kommen ständig neue Tierspuren in´s Blickfeld. Deshalb hier nur ein paar ausgewählte Spuren, die man bei einem (Winter-)Spaziergang im Wald entdecken kann.

Fraßspuren

Eine weitere Möglichkeit, die Anwesenheit von Tieren nachzuweisen, können Fraßspuren sein.

Die wohl bekannteste ist dabei der angenagte Baumstamm vom Biber. Findet man einen solchen Stamm, heißt es Augen auf und Achtung, das gefräßige Tier ist kann in der Nähe vielleicht beobachtet werden. Genauso kann aber der angenagte Baumstamm beim nächsten Wind brechen.

Eine weitere eindeutige Fraßspur ist die Spuren des Borkenkäfers. An befallenen Bäumen und herunter gefallener Rinde kann man die Brutgänge besonders leicht erkennen.

Abgenagte Fichtenzapfen kann man im (Winter-)Wald auch oft beobachten, doch muss man genau hinsehen, wer daran gefressen hat. Ganz schnell kann man es so erklären: Die Maus nagt den Zapfen ordentlich ab, das Eichhörnchen hält den Zapfen fest, und zieht schuppe für Schuppe heraus, es bleiben also Fransen stehen. Der Specht, bzw. generell der Vogel zieht nur einzelne Schuppen heraus, und lässt den Zapfen "unordentlich" zurück. Eine genaue Beschreibung mit Bildern gibt´s hier: Fichtenzapfen: Viel Mühe, wenig Futter - Meisengezwitscher - Naturblog (meisengezwitscher-blog.de)

Losungen

Weit verbreitet und recht bekannt sind dann auch die Losungen, die die Tiere so hinterlassen. In den meisten Fällen, wie z.B. beim Marder oder Fuchs sind die Losungen auch Markierungen für das eigene Revier, und deshalb an besonders auffälligen Plätzen, z.B. auf einem Stein oder liegenden Baumstamm. Auf dem Foto siehst du eine Hirschlosung.

Aber Achtung beim Begutachten von Losungen, diese sollte man auf keinen Fall mit bloßen Händen einsammeln, da sie als Krankheitsüberträger dienen können, vor allem beim Fuchs (Fuchsbandwurm) und Marder.

Gewölle

Vögel hinterlassen oft sogenannte Speiballen, auch Gewölle genannt. Das sind die ausgewürgten Reste der Beute, z.B. Knochen, Haare, etc. Oft sind Gewölle von Greifvögeln, Uhu, Eulen, Krähen, Störchen, etc. zu beobachten und je nach Größe, Form und Inhalt den einzelnen Vogelarten zuzuordnen.

Genauso wie bei den Losungen gilt bei den Gewöllen, dass man sie nicht einfach einsammeln und mitnehmen sollte. Man sollte sie auf jeden Fall mit Handschuhen aufsammeln und zuhause einige Tage trocknen lassen, was man auch im Backofen oder Trockenschrank beschleunigen kann. Erst dann sind sie frei von Krankheitserreger.

Gelege, Federn, Gehäuse

Ein verlassenes Vogelnest, ein leeres Schneckenhaus oder einzelne Federn sind genauso Tierspuren, wie leere Fuchsbauten, eine Schlangenhaut oder auch eine Wildscheinkuhle und geben Aufschluss über die vorhandene Tierwelt im Wald.

menschliche Spuren

Auch wir Menschen hinterlassen im Wald unsere Spuren:

Das können Fußabdrücke im Matsch sein, das sind die Duftspuren, die nur Tiere mit feiner Nase wahrnehmen können, das können Kunstwerke aus Naturmaterialien sein, die wir im LandArt-Stil gebaut haben, das kann ein Schneemann mit Karotten-Nase sein, oder Pfeile aus Ästen für die Schnitzeljagd. Das alles darf sein.

Was nicht sein sollte, sind Spuren von Müll. Die sollten wir immer richtig entsorgen. Und sollten wir Spuren von anderen finden, so können wir die auch im Rucksack mit nachhause nehmen und richtig entsorgen. Also packt für den Walspaziergang Handschuhe und Mülltüte in den Rucksack und nehmt euren Müll, und vielleicht auch den, den ihr so finden könnt mit nachhause und entsorgt in richtig in der Mülltonne.

Web- & Buchtipps

Eine empfehlenswerte Seite ist Spuren im Schnee: Naturerlebnis Wintermorgen - NABU mit Tipps, Tricks und weiteren Aktionen zum Thema Tierspuren.

Die bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege hat für Lehrkräfte eine gute Handreichung zusammengestellt, mit verschiedenen Arten von Tierspuren und Arbeitsaufträgen für Schüler*innen: Tierspuren (bayern.de)

Der Kosmos-Verlag hat verschiedene übersichtliche Tierspurbücher im Angebot.

Und wir haben im UBiZ in der Umweltbibliothek auch verschiedene Bücher zum Thema Tierspuren, die ihr euch über den Möwe Haßberge-Verbund auch in´s BIZ Haßfurt oder in die anderen teilnehmenden Bibliotheken bestellen könnt:

  • Welche Tierspur ist das? - Kosmosnaturführer
  • Tierspuren: Beobachtungen durch das Jahr von Reinhard Witt - Mosaik Verlag
  • Der Spurenführer  von M.Bouchner - Gondrom
  • Federn, Spuren & Zeichen: Ein Feldführer von R.Brown, J.Ferguson, M.Lawrence & D.Lees - Aula-Verlag


Spiel: Wer läuft denn hier?

Ganz klassisch könnt ihr auf die Suche nach Trittsiegeln gehen, und überlegen, welche Tiere hier gelaufen sind? Sind sie gerannt? Sind sie geschlichen? Waren es viele? Oder nur eins?

Natürlich könnt ihr auch Ausschau nach allen anderen verschiedenen Tierspuren halten und euch fragen: Wer hat hier gefressen? Wer markiert hier sein Revier? Wer hat hier wen gejagt?

Und wenn ihr ganz kreativ seid, könnt ihr beim Wandern durch den Wald dann wunderbare Waldgeschichten erzählen, in denen die Tiere vorkommen!

Spiel: Wo bist du?

Eine Abwandlung des bekannten Spieleklassikers "Verstecken": Nehmt ein tarnfarbenes (altes) Kuscheltier oder ähnliches und spielt damit Verstecken.

Zu Beginn wird ausgelost, wer als erstes versteckt. Dann darf das Kind das Kuscheltier in einem ausgemachten "Spielfeld" verstecken und wieder zurück zu den Suchern kommen. Die Sucher schließen natürlich in der Zwischenzeit die Augen. Der Verstecker darf aber gerne die Sucher "durcheinander bringen", indem er z.B. wie der Hase hacken schlägt, die Spuren im Schnee sind nämlich eindeutig für die Sucher lesbar. Oder doch nicht? Ein großer Bogen im Wald irritiert die Sucher vielleicht auch. Denn sie schließen ja nur die Augen, nicht die Ohren.

Geeignete Versteck-Sachen sind z.B. ein alter weißer Stoff-Schneehase für die Suche im Schnee, oder eine getigerte Plüschkatze für das Suchen im "matschigen" Winterwald.

Spiel: Spurensammlung für zuhause

Um die verschiedenen Spuren, die man mit nachhause nehmen kann, gut und übersichtlich zusammeln, erweißt sich ein alter Eierkartoon als Schatzkammer als wertvoll, dort kann man die einzelnen Schätze sicher und übersichtlich sammeln.

Sollte die Tierspur nicht mit nachhause genommen werden können, kann man ein Foto davon machen. In diesem Fall aber am besten mit einem Maßstab oder einem Vergleichsmaterial auf dem Foto, z.B. einer Münze, Hand oder am besten Maßstab oder Lineal, um die Größe der Spur im Nachhinein noch schätzen zu können.

UmweltBildungsZentrum Oberschleichach

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