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"Kein Baum wie der andere!" - Juli

Genießt ihr in der Hitze im Moment auch gerne die kühle Waldluft? Durch ihren Schatten und ihre Verdunstungsleistung kühlen unsere Bäume die Luft im Wald.
Denn mithilfe ihrer Wurzeln versorgen sich die Bäume mit Wasser aus dem Boden. Dieses Wasser verdunstet dann über die Blätter oder Nadeln. Dabei entsteht „Verdunstungskälte“ und hält die Temperatur im Wald niedriger als auf freien Flächen.

Die Bäume haben also jetzt im Sommer ein wichtiger Kühleffekt für die Natur, den wir alle dringend brauchen. Und wie ihr schon lesen könnt, gibt es da auch Unterschiede. Alleine schon, weil wir in den Wäldern die Nadelbäume und die Laubbäume unterscheiden. Doch auch insgesamt gleicht kein Baum dem anderen. Doch lasst uns doch die Bäume im Wald mal etwas genauer betrachten!

Wenn Du Dir mal ganz genau ansehen möchtest, welche Bäume und Sträucher in unseren Wäldern wachsen, leih Dir doch einfach eins unserer Bestimmungsbücher aus unserer UBiZ-Bibliothek aus! Auf die Bilder geklickt findet ihr raus, wo die Bücher genau stehen und ob sie verliehen sind.

Buchen, Tannen, Fichten und alle anderen Bäume unterscheiden sich auch untereinander enorm in Größe, Wuchs, Wurzelraum, Kronendach, Rinde. Und zwar ganz enorm. Aber irgendwie sehen doch alle Buchen auch gleich aus sagst Du? Dann lass und das doch mal testen!

Na, habt ihr alle Euren Baum wiedergefunden? Bestimmt, denn alleine schon die Äste, wie sie wachsen und sich anfühlen, gleichen sich nicht. Also seid ihr bereit für das nächste Level? Jetzt heißt es nicht mehr Baumerkennung, sondern

Aber mit Ästen könnt ihr nicht nur eure Beobachtungsgabe testen, sondern auch eure Schnelligkeit und Geschicklichkeit.


Jetzt haben wir uns also die Wuchsform, die Stämme und die Äste genauer angesehen. Dann machen wir doch gleich mal bei den Blättern weiter!

Doch nicht nur in der Optik unterscheiden sich die Blätter und auch Nadeln der Bäume voneinander. Auch der Geruch ist oft sehr unterschiedlich. Wie steht es also um euren Geruchssinn?

Mittlerweile seid ihr vermutlich schon richtige Baumexperten geworden. Am gesündesten sind Wälder in der Regel, wenn es Mischwälder sind, also wenn sie aus verschiedenen Baumarten bestehen. Dann gibt es auch mehr Arten, denn viele Arten sind auf eine bestimmte Baumart spezialisiert. Für sie ist also auch „kein Baum wie der andere“! Im Gegenteil, für sie sind bestimmte Baumarten überlebenswichtig. Das gilt vor allem auch für unsere Käferarten bzw. deren Larven, die oft auf ganz bestimmte Baumarten, manchmal sogar Alter des Baumes usw. angewiesen sind. Vielen Raupen und Schmetterlingen begegnen wir am auf unseren Spaziergängen gar nicht, da sie sich ausschließlich in den Baumkronen aufhalten.

Aber ein bisschen die Perspektive wechseln und uns die Bäume mal ganz anders ansehen, das könnt ihr auch!



Versuche zur Verdunstungskälte

Hol Dir ein Handtuch und fühle den Stoff. Jetzt wirble es mal für ein paar Sekunden durch die Luft. Fühle wieder. Hat sich etwas verändert? Nun mach das Handtuch schön ordentlich nass und wringe es etwas aus.

Fühl nochmal. Wirble es wieder für einige Sekunden durch die Luft. Was fühlst Du jetzt? Und warum?

Richtig. Das Wasser verdunstet und das Handtuch fühlt sich dadurch kühler an. Diesen Effekt nutzt Du ja zum Beispiel auch bei sehr hohem Fieber mit Wadenwickeln.

Oder ihr baut Euch einen kleinen Zimmerkühlschank.

Ihr braucht dazu:

Einen Eimer mit Wasser, einen Tontopf, ein Tuch, zwei Gläser mit gleicher Menge flüssigem Inhalt wie zum Beispiel Saft.

Nun lasst den Tontopf sich im Eimer mit Wasser vollsaugen, etwa 30 Minuten. Danach stellt ihr eins der Saftgläser in den Tontopf und deckt ihn mit dem feuchten Tuch zu. Das zweite Saftglas lasst ihr zum Vergleich danebenstehen. Prüft nach 20 Minuten, ob ihr zwischen den beiden Gläsern nun einen Unterschied fühlen könnt!

Warum passiert das?

Tontopf und Tuch beginnen zu trocknen, Wasser verdunstet. Für die Verdunstung braucht es aber Energie und zwar in Form von Wärme. Diese wird dem Glas und der Flüssigkeit im Glas entzogen und dadurch kühlt beides ab. Sobald alles getrocknet ist, hört auch der Kühleffekt sofort wieder auf.

Baumbegegnung

Für dieses Spiel müsst ihr mindestens zu zweit sein oder Zweierpaare bilden können. Einer von Euch braucht etwas, um seine Augen zu bedecken (Augenbinde, Schal, etc.).

Eine/r von Euch verbindet sich also nun die Augen. Der/die andere sucht sich einen interessanten Baum aus. Nun wird der/die Partner/in mit den verbundenen Augen vorsichtig! Zum Baum geführt, den ihr euch ausgesucht habt. Nehmt dabei beide Schultern, kündigt Hindernisse an, geht wirklich langsam und stoppt rechtzeitig vor dem Baum. Nun darf der Baum befühlt werden. Fühlt wirklich alles. Den Wurzelraum. Die dicke des Stamms. Die Beschaffenheit der Rinde. Wo setzen die Äste an? Ist es ein Laubbaum oder ein Nadelbaum? Nach einigen Minuten kehrt ihr genauso vorsichtig zum Ausgangspunkt zurück. Die Augen dürfen nun geöffnet werden. Versucht nun, den Baum von eben wiederzuerkennen! Liegt ihr richtig? Dann wechselt die Rollen und sucht Euch einen neuen interessanten Baum aus.

ACHTUNG! In Gegenden, in denen es den Eichenprozessionsspinner gibt, keine Eichen für die Baumbegegnung auswählen!

Finde Deinen Stock!

Bei diesem Spiel ziehen alle Mitspielenden los und suchen sich im Wald einen Stock, der ihnen am allerbesten gefällt. Betrachte Deinen Stock genau. Schließ die Augen und fühle. Wie dick ist er? Wo hat er Erhebungen, Schäden, Zweigansätze? Wie fühlen sich die Enden an? Nun werden alle Stöcke auf einen Haufen gelegt. Bis auf eine Person schließen alle die Augen (wem es schwerfällt nutzt eine Augenbinde). Die nicht mitratende Person verteilt nun die Stöcke gemischt an die im Kreis sitzenden Teilnehmenden. Die Stöcke werden so lagen vorsichtig von rechts nach links gegeben, bis jede*r wieder den eigenen Stock in Händen hält.

Stock-Kreis-Spiel

Wenn euch jetzt noch etwas nach Bewegung ist, nutzt doch gleich, dass jeder von euch einen Stock in der Hand hat. Stellt Euch im Kreis so auf, dass ihr die Arme auf beide Seiten ausstrecken könnt. Nun hält jede*r seinen/ihren Stock vor sich. Die Spieleleitung gibt nun ein vorher vereinbartes Kommando (zum Beispiel „Hep!“). Auf dieses Kommando wechselt jede*r einen Platz nach links. Dabei lässt man den eigenen Stock los und versucht den Stock des/der Nachbarn/Nachbarin zu fangen, bevor er umfällt. Fällt der Stock, scheidet man aus. Der/die Ausscheidende darf als nächstes das Kommando geben.

Wer ist am flinksten und geschicktesten?

Blattgalerie

für einen regnerischen Tag zu Hause

Du brauchst: Papier, Unterlage, Bleisift, Farbstift

Sammelt alle verschiedenen Blätter von Bäumen, die ihr finden könnt. Wie viele verschiedenen konntet ihr finden? Legt nun jeweils ein Blatt unter das Papier und rubbelt mit dem Bleistift darüber, bis sich das Blatt abzeichnet. Nun könnt ihr die Zeichnungen auch noch farbig gestalten und Eure Blattgalerie anordnen und ausstellen. Welche Unterschiede erkennt ihr bei den Blättern? (Sind die Blattränder gesägt, glatt oder gebuchtet? Wie heißt der Baum? Wieso hat jedes Blatt Adern?  - Die Adern dienen der Wasserversorgung des Blattes, also letztlich der Nährstoffversorgung und sorgen auch für Stabilität. Welche Aufgaben übernehmen Blätter von Bäumen eigentlich? (Photosynthese, Verdunstung, Spenden Schatten, fallen im Herbst ab und werden wieder zu Humus, Versteck/Tarnung für Tiere)

Genauso funktioniert das natürlich auch mit den Rinden der Bäume. Hierfür haltet ihr das Blatt direkt an den Stamm. Wie unterscheiden sich diese voneinander? Glatt, rau? Hubbelig? Rissig? Lasst die anderen doch mal raten, von welchem Baum ihr euer Rubbelbild abgezeichnet habt!

Baumdüfte und Geruchsmemory

Eine Person sammelt unbeobachtet Blätter und Nadeln (die ja auch Blätter sind), die sie findet. (Buchenblatt, Tannennadel, Fichte, Kiefernnadeln, Douglasie, … ACHTUNG! Eibe ist hochgiftig, diese nicht nutzen). Die Mitspielenden stellen sich in einem Kreis auf und schließen die Augen (ggf. Augenbinden nutzen). Nun zerreibt die Spielleitung jeweils ein Blatt oder ein paar Nadeln und hält es reihum jedem/jeder unter die Nase. Wonach riecht es? Woran erinnert euch der Geruch? (Weihnachten? Urlaub? Zitrusfrüchte? Harzig wie Weihrauch?) Welcher Baum könnte es sein? Im Anschluss wird aufgelöst. Schaut Euch die Blätter dabei auch genau an. Warum duften vor allem die Nadelbäume so intensiv? (Ätherische Öle, bzw. die dort enthaltenen Terpene, schützen die Pflanze vor Krankheiten, Fressfeinden, starker Kälte und Hitze sowie Austrocknung UND sie kommunizieren untereinander sogar darüber!)

Welche Wirkung hat der Duft auf euch? Mittlerweile ist bewiesen, dass der Duft der Terpene im Wald sich positiv auf unsere Gesundheit auswirkt. Wenn ihr hierzu genauer nachlesen möchtet, schaut doch zum Beispiel hier vorbei:

Wissenswertes rund um die Heilkraft des Waldes | NDR.de - Ratgeber - Gesundheit

Euch haben die Baumdüfte auf den Geschmack gebracht? Dann machen wir doch gleich weiter und machen es etwas schwieriger.

Auf zum Geruchsmemory!

Du brauchst: Döschen mit Löchern oder Teebeutel

Die Spieleleitung schickt jeden/jede von euch mit jeweils zwei Döschen los. Sucht euch einen Geruch im Wald, den ihr interessant findet und gebt davon jeweils eine kleine Menge in die Döschen oder die zwei Teebeutel (zum Beispiel Moos, zerriebene Nadeln, ein Stück modrige Rinde, etc.) und bringt sie zurück zur Spieleleitung. Nun setzt ihr euch in einen Kreis. Die Spieleleitung verteilt die Döschen in der Mitte und mischt dabei durch. Wie beim herkömmlichen Memory versucht ihr nun, die zusammengehörigen Düfte zu finden. Seid ihr erfolgreich, nehmt ihr den Duft aus dem Spiel. Liegt ihr falsch, ist der/die nächste dran.

Raupe mit Spiegelgang

Du brauchst: einen kleinen Handspiegel

Jeder Mitlaufende bekommt einen Spiegel. Dieser wird so unter die Nase gehalten, dass nur noch das Blätterdach gesehen werden kann. Nun geht es los. Seid ihr ausreichen Leute, bildet eine „Raupe“, indem ihr euch immer mit einer Hand an der Schulter vor euch festhaltet. Der Kopf der Raupe hat keinen Spiegel und führ die Raupe vorsichtig durch die Bäume. Noch schöner ist das Ganze natürlich barfuß, wenn der Boden geeignet ist.

Bei weniger Mitspielenden sucht euch eine Fläche ohne Hindernisse. Nun wird der Weg nur über den Blick in den Spiegel und die Öffnungen im Blätterdacht gefunden und gegangen. Natürlich auch hier: langsam gehen!

UmweltBildungsZentrum Oberschleichach

Pfarrer-Baumann-Straße 17 | 97514 Oberaurach
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