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Project Pan Erstellt von Corinna Wimmer | |   Blog

Wie das Wiegen von Hygiene- und Kosmetikprodukten mein Kaufverhalten verändert hat

Das Badezimmer - dort verbringt jeder von uns einiges an Zeit. Achtet man einmal genauer darauf, fällt einem auf, wie viele Utensilien zur täglichen Hygiene sich dort eigentlich befinden. Braucht man das alles? Wie viele Produkte besitzt man vielleicht auch doppelt und dreifach? Wie viel Plastikmüll befindet sich eigentlich in einem Badezimmer?

Der Markt ist überschwemmt von Kosmetik- und Hygieneprodukten und man bekommt permanent vor die Nase gesetzt, was man noch alles kaufen sollte. Aber wie viel davon benutzt man am Ende wirklich und gibt es auch nachhaltigere Alternativen?

Schon mal was von Project Pan gehört? Das ist eine Herangehensweise, die dabei helfen kann, Produkte aufzubrauchen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie lange man eigentlich benötigt, bis etwas leer ist. Man sucht sich zu Beginn je nach Belieben und Vorhandensein 5-10 Produkte z.B. aus dem Kosmetikbereich. Man notiert sich das Gewicht des Produkts (bei einem Augenbrauenstift kann man z.B. auch die Länge des Stiftes messen) und führt dieses in einer monatlichen Liste auf. Am Ende des Monats rechnet man aus, wieviel man schon verbraucht hat. Wird ein Produkt komplett aufgebraucht, zieht ein Neues in die Liste ein. Dies kann man beliebig oft wiederholen. Hat man nichts mehr, was man aufbrauchen möchte, ist das natürlich super. Was erstmal banal klingt, kann eine sehr befriedigende Wirkung und Motivation hervorrufen, die vorhandenen Produkte wieder mehr wertzuschätzen. Außerdem bekommt man ein Gefühl dafür, wie lange man eigentlich benötigt, um etwas aufzubrauchen und hinterfragt auch die Notwendigkeit eines Produkts. Viele Produkte liegen oft nur herum, man benutzt sie sehr selten oder auch gar nicht, und am Ende kippt es vielleicht und muss weggeworfen werden. Das Projekt kann einem dabei helfen, solche Situationen anzugehen und in Zukunft zu vermeiden.

Ich habe mich bereits selbst an einem solchen „Project Pan“ versucht, oder eher gesagt stecke ich noch mittendrin. Ich konnte in den letzten Monaten tatsächlich ein neues Verhältnis zu den verwendeten Produkten aufbauen und mir darüber im Klaren werden, was ich wirklich benötige. Auch ich stehe noch längst nicht am Ende des Weges zum nachhaltigen Badezimmer, aber Schritt für Schritt bewege ich mich dorthin. Ihr ja jetzt vielleicht auch?. Ein Beispiel, wie so eine Liste aussehen kann, seht ihr rechts auf dem Foto.
Das Ziel des Projekts kann und sollte im besten Fall ein nachhaltigerer und bewussterer Umgang mit Produkten sein. Neben dem Aufbrauchen kann es auch sinnvoll sein, sich nach Alternativen umzusehen, die nachhaltiger sind und die Umwelt und uns selbst weniger belasten

Wir starten einfach mal mit Duschgel und Shampoo, Körperlotionen, Gesichtscreme, Zahnbürste und -pasta, Rasierer und Zahnseide. Neben vielen anderen, sind das die vermutlich am häufigsten genutzten Dinge in unserer täglichen Hygiene. Was haben diese Dinge in den meisten Fällen gemeinsam? Sie enthalten Plastik, und davon nicht zu wenig. Wieso Plastik so schädlich für uns und die Umwelt ist, könnt ihr hier nachlesen.

Für vieles gibt es bereits Alternativen. Statt der Zahnpasta aus der Tube gibt es mittlerweile Zahnputz-Tabs, die in einem Glasbehälter gekauft werden können. Für die Körper- und Haarwäsche gibt es ebenfalls viele Alternativen, wie festes Shampoo oder festes Duschgel in Pappverpackungen. Statt beim nächsten Einkauf zur Handzahnbürste aus Plastik zu greifen, kann man sich auch für eine aus Bambus entscheiden. Diese Bambuszahnbürsten sind komplett biologisch abbaubar und sind mittlerweile fast überall erhältlich. Jedoch gibt es auch Menschen, die das Gefühl von Holz im Mund nicht leiden können. Hier sollte jeder für sich selbst abwägen.

Auch Zahnseide, die herkömmlich aus Kunststoff besteht, gibt es in einer umweltfreundlichen Variante. Die „Seide“ zur Zahnreinigung besteht dann aus pflanzlichen Rohstoffen und ist zum Beispiel in einem Glasfläschchen zum wieder auffüllen erhältlich. Auch beim Rasierer muss man keine Einwegrasierer benutzen, oder solche, bei denen man gleich den ganzen Rasierkopf aus Plastik austauschen muss. Eine Alternative ist der Rasierhobel. Das hört sich erstmal etwas unangenehm an, ist aber genauso effektiv. Mit ein bisschen Übung klappt die Rasur auch damit ganz schnell. Anders als bei vielen Wegwerfrasierern ersetzt man bei einem Rasierhobel lediglich die Klinge selbst. Die Klingen gibt es oft in größeren Packungen aus Papier. Damit die Klingen besonders langlebig bleiben, sollte man den Rasierer nach Gebrauch kurz aufschrauben und die Klinge trockenreiben. Mittlerweile gibt es sogar feste Bodylotion und festes Make-Up (z.B. Foundation und Concealer).  Um sich abzuschminken kann man auch waschbare Abschminkpads verwenden, statt Wattepads oder andere Einmal-Produkte zu gebrauchen. Man sollte trotz aller Plastikfreiheit aber natürlich auch auf die Inhaltsstoffe achten, bevor man ein Produkt kauft. Nicht nur die Natur, auch unser Körper möchte gut und gesund gepflegt werden?

Ein weiteres Hilfsmittel, um zwar kein Plastik aber dafür Rohstoffe zu sparen, ist die sogenannte Popo-Dusche. Es handelt sich hierbei quasi um ein Mini-Bidet. Es besteht zwar aus Kunststoff, ist aber sehr langlebig und außerdem für die Popo-Gesundheit um einiges besser als die Reibung, die das Klopapier normalerweise erzeugt. Das Fläschchen wird einfach mit Wasser gefüllt und kann dann benutzt werden. Ein klein bisschen Übung braucht es, aber glaubt mir, ihr möchtet es nicht mehr missen! Ich frage mich wirklich, warum man nicht schon früher darauf gekommen ist.

Es gilt also die Devise: Was man zuhause hat, sollte man aufbrauchen. Es nützt niemandem, wenn man zum Beispiel anfängt die Packung angefangene Rasierer (oder Rasierköpfe) wegzuschmeißen und sich einen Rasierhobel zu kaufen. Brauche erst alles auf und besorge dir dann nachhaltigere Alternativen. Etwas aus Tatendrang zu überstürzen kann auch nach hinten losgehen, die Devise sollte also heißen: taste dich vor und gewöhne dich an das Neue. Solltest du etwas nicht gut vertragen, und es löst zum Beispiel Hautreizungen aus, dann sollte man sich auch nicht zwingen, es aufzubrauchen, da geht die Gesundheit vor. Aber vielleicht gibt es ja jemanden im Freundeskreis, der das Produkt gerne haben möchte.

Ich hoffe ich konnte euch inspirieren, jetzt seid ihr dran, guckt euch doch mal ganz genau in eurem Badezimmer um.

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